Vectoring-Ausbau: Status-Update

Update 13.03.2018: Der Ausbau geht in die heiße Phase, die Ungeduld und Frustration wächst – auch bei uns. Wir bitten euch, sich ein bisschen zu gedulden. Es wird in den nächsten Tagen ein Update zum Ausbau geben.

In einem Blog-Artikel haben wir vor zwei Monaten über den aktuellen Stand des Vectoring-Ausbaus der Deutschen Telekom (FTTC-Ausbau) berichtet. Seit dem haben uns über verschiedene Kanäle Fragen zur Verfügbarkeit erreicht, sogar aus Rutesheim. Auffällig dabei waren v.a. die unterschiedlichen Zeitangaben und Aussagen, die Kunden von der Hotline bzw. im Telekom-Shop erhalten haben. Diese reichen von Zeiträumen bis in den Juni hinein bis hin zu „es seien keine Ports am Multifunktionsgehäuse frei“.

Wir haben beim Support der Deutschen Telekom erneut angefragt und darum gebeten, in das Informationschaos etwas Licht zu bringen. Wir möchten Sie über das Ergebnis in diesem Artikel informieren, v.a. was sich im Vergleich zum letzten Artikel geändert hat.

Gebersheim, Silberberg sind an der Vermittlungsstelle in Rutesheim angeschlossen, weshalb diese Stadtteile zuerst ausgebaut wurden. Vor zwei Monaten hieß es noch, dass die Schaltung der Anschlüsse mit Mitte November beginnt und bis Dezember 2017 abgeschlossen sein soll. Mittlerweile hat man das Gebiet in zwei Bauabschnitte unterteilt. Bauabschnitt 1 ist am Netz, betrifft am Silberberg aber nur einen sehr kleinen Teil, wie auf der Karte zu sehen. Bauabschnitt 2 ist auf der Karte leider nicht eingezeichnet, müsste eigentlich dunkelblau hinterlegt sein. Der Rest vom Silberberg und von Gebersheim soll Mitte Februar ans Netz gehen.

Für Eltingen, Höfingen, Leonberg, Ramtel hat sich nichts geändert. Hier heißt es nach wie vor Mitte März 2018. Aufgrund der dreimonatigen Verzögerung am Silberberg und in Gebersheim sind wir hier allerdings skeptisch.

Warmbronn ist durch die NetCom BW mit VDSL erschlossen, sodass die Deutsche Telekom hier nicht aktiv wird.

Als Grund werden Verzögerungen im Tiefbau genannt, der aus unserer Sicht aber abgeschlossen ist (zumindest sehen wir keine offenen Baustellen mehr), und Lieferengpässe bei der aktiven Hardware für die Multifunktionsgehäuse. Wir kritisieren übrigens nicht die Verzögerungen, daran kann man nichts ändern. Das Informationschaos und die stark abweichenden Aussagen von Support-Mitarbeitern ist für den Endkunden aber mehr als unschön. Und Aussagen wie „es seien keine Ports frei“ sind mehr als beunruhigend.

Fazit: Die Silberberger und Gebersheimer müssen sich noch bis Februar gedulden. Für die restlichen Leonberger außer Warmbronn (und dem Nahbereich in Leonberg) heißt es weiterhin Mitte März, der Termin sollte aber mit Vorsicht genossen werden.

Technik: Von den Grenzen des Kupferdrahtes (aus LKZ)

In Zusammenarbeit mit der Leonberger Kreiszeitung bringen wir eine vierteilige Serie heraus, in denen wir den Lesern erklären, wie das Internet zu Ihnen nach Hause kommt. Im ersten Teil ging es um die Internetübertragung über das Telefonnetz. Der Artikel erschien am 10.01.2018 in der Print-Ausgabe und kann online abgerufen werden. Der erste Teil ist aufgrund kurzfristiger Kürzungsmaßnahmen grammatikalisch leider etwas missglückt und es sind zwei fehlerhafte Infos in die Print-Ausgabe gerutscht (z.B. die ab wann man Vectoring am Silberberg/in Gebersheim buchen kann). Diese wurden online korrigiert. Auch in unserem Blog finden Sie die korrigierte Fassung.

 

Fast jeder Haushalt, in Leonberg das Ezach III ausgenommen, besitzt einen Telefonanschluss bestehend aus zwei Kupferdrähten, der Doppelader, die ursprünglich nur für Telefonie ausgelegt waren. Ab Ende der 1980er konnte man mit den ersten Modems für Internetverbindungen darüber bis zu 0,056 Mbit/s nutzen. Dank des technischen Fortschritts konnten im darauffolgenden Jahrzehnt auch höherfrequente Signale über das Telefonnetz übertragen werden, von anfangs 0,768 bis später 16 Mbit/s im Downstream (Empfangsrichtung) – mit Ausnahme von Warmbronn (VDSL seit 2011) – die in Leonberg noch heute maximal buchbare Geschwindigkeit.

Telefonkabel war nie für die Übertragung hoher Frequenzen ausgelegt
Nun mag man sich die Frage stellen, warum nicht in jedem Haushalt 16 Mbit/s ankommen, und warum man die Geschwindigkeit nicht beliebig steigern kann. Die Telefonkabel waren nie für die Übertragung hoher Frequenzen ausgelegt: Je länger das Kupferkabel und je höher die zu übertragende Frequenz ist, desto höher ist die Dämpfung des Signals. Wird das Signal zu stark geschwächt, kommen beim Empfänger keine Daten mehr an. Je weiter also ein Anschluss von der Vermittlungsstelle als Knotenpunkt entfernt ist (in Leonberg auf dem Postgelände), desto geringer ist die nutzbare Geschwindigkeit. Daher können z.B. Bewohner im Ramtel nur mit 1-2 der bezahlten 16 Mbit/s surfen. Ebenfalls Einfluss auf die Geschwindigkeit nehmen Störsignale benachbarter Telefonleitungen in der Straße, die das Signal weiter schwächen (vergleichbar mit „Übersprechen“).

In der Praxis kann das Telefonkabel von der Vermittlungsstelle bis zum heimischen Anschluss bis zu 4 km betragen. Doch wie kürzt man die lange Leitung? Man verlegt Glasfaserkabel von der Vermittlungsstelle bis in die Nähe der Verbraucher, idealerweise gleich direkt bis ins Haus. Für die Privatwirtschaft mit hohen Erwartungen an Rendite und kurze Amortisationszeiten ist dies in der Regel zu teuer. Daher legen die Anbieter das Glasfaserkabel nur bis zu kleineren Kabelverzweigern, den grauen Kästen am Straßenrand. Diese werden zu Multifunktionsgehäusen aufgerüstet, welche die Lichtimpulse der Glasfaserkabel in elektrische Signale für die Telefonkabel umwandeln (und umgekehrt). Man spricht von FTTC (Fiber to the Curb/Cabinet), also „Glasfaser bis zum Randstein/Kasten“. In Warmbronn hat bereits 2011 die NetCom BW den FTTC-Ausbau vollzogen und bietet bis zu 50 Mbit/s Downstream an. Erst seit Sommer 2017 verlegt die Deutsche Telekom im restlichen Leonberg die Glasfaserkabel bis zu den Kabelverzweigern – und verkürzt dadurch die längsten Telefonkabel auf unter 1 km. Genau dafür gibt es zurzeit die vielen kleinen Baustellen, die über das Stadtgebiet verteilt sind.

Entfernung zum Multifunktionsgehäuse bestimmt die Geschwindigkeit
Durch das kürzere Telefonkabel lässt sich VDSL aufschalten, was bis zu 50 Mbit/s in Empfangsrichtung ermöglicht. Parallel lässt sich das oben genannte Übersprechen mit dem Vectoring-Verfahren korrigieren. Dadurch werden bis zu 100 Mbit/s in Empfangsrichtung und bis zu 40 Mbit/s in Senderichtung realisierbar. Allerdings bestimmt weiterhin die Entfernung zum Multifunktionsgehäuse maßgeblich die Geschwindigkeit. Bereits ab ca. 300 m kommen weniger als 100 Mbit/s an. Der Nachfolger Supervectoring, mit dem bis zu 250 Mbit/s in Empfangsrichtung möglich sein sollen, steht zwar in den Startlöchern, wurde aber jüngst von der Telekom auf 2019 verschoben. Allerdings werden nicht alle Leonberger in den Genuss der noch höheren Geschwindigkeit kommen. Wer mehr als 500 m vom Kabelverzweiger entfernt ist, für den ist mit Vectoring das Potential ausgeschöpft. Bei den Nachfolgern G.fast bzw. XG-fast, die Bandbreiten im Gigabit-Bereich ermöglichen, muss das Kabel so kurz sein, dass sie nur für die Verwendung innerhalb von Gebäuden interessant sind.

Übrigens: Die Senderichtung ist bei allen DSL-Varianten geringer als die jeweilige Empfangsrichtung (asymmetrischer Anschluss), da früher das Internet hauptsächlich nur in Empfangsrichtung genutzt wurde. In Zeiten von Foto- und Video-Uploads, Home-Office und Cloud-Computing wird die Senderichtung aber immer wichtiger.

Aber wenn der FTTC- bzw. Vectoring-Ausbau neue Probleme mit sich bringt, warum findet ein solcher dann statt? Der Ausbau ist für Telekommunikationsnetzbetreiber günstig und bietet zumindest mehr Geschwindigkeit als seither. Zudem muss die bestehende Kupferverkabelung im Gebäude nicht verändert werden. Dies gilt übrigens nicht für den heimischen DSL-Router, dieser muss sehr wohl vectoringfähig sein, etwas ältere DSL-Router werden daher für die Vectoring-Anschlüsse zwingend ausgetauscht werden müssen. Für Supervectoring und Nachfolger wird ein erneuter Austausch erforderlich, eventuell sogar bei der Technik in den Multifunktionsgehäusen. Dies ist, neben dem hohen Stromverbrauch der Multifunktionsgehäuse, auch unter Nachhaltigkeitsaspekten kritisch zu sehen.

Anbieterwechsel ist nicht erforderlich
Ein Wechsel Ihres bisherigen DSL-Anbieters ist übrigens nicht notwendig. Da die Telekom ihr Netz an Drittanbieter vermieten muss, können Sie die höheren Geschwindigkeiten bei jedem Anbieter buchen. Am Silberberg und in Gebersheim ist der Ausbau mehr oder weniger abgeschlossen bis Februar sollten alle Kunden die neuen Geschwindigkeiten buchen können. Die Leonberger selbst müssen sich noch voraussichtlich bis Mai gedulden.

Fazit: Kurzfristig ergibt sich durch Vectoring zum Teil eine deutliche Verbesserung, aber die Leistungsfähigkeit nach oben ist schon jetzt begrenzt – und der Bedarf sowie das Internet werden schneller wachsen als die Bandbreite über Kupferkabel mitwachsen kann, das hat schon die Vergangenheit deutlich bewiesen. Und die Kunden werden weiterhin für Geschwindigkeiten zahlen müssen, die sie technisch nicht bekommen können.

Frohe Weihnachten

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende. Auch wenn es lange keinen Blog-Eintrag und Newsletter gab, heißt das nicht, dass wir untätig waren. Mit diesem Blog-Eintrag möchten wir Sie über den aktuellen Stand informieren.

Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Leonberg-Ezach

Am 10.11. durften wir im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Leonberg-Ezach über das Thema Glasfaser und unser Ziel vortragen. Das Publikum zeigte großes Interesse, es wurden viele Fragen gestellt und die abschließende Diskussion zeigte deutlich, wie sehr das Thema der Bevölkerung unter den Nägeln brennt. Aufgrund vieler Parallelveranstaltungen waren leider nur drei Gemeinderäte, Birgit Widmaier (Grüne), Wolfgang Röckle (CDU) und Ottmar Pfitzenmaier (SPD), anwesend. Auch Mitglieder der Lokalen Agenda 21 waren gekommen. Wir erhielten im Anschluss viel positives Feedback, das sich auch in vielen Neueintragungen als Unterstützer wiederspiegelt. Wir planen, den Vortrag auch in anderen Bürgervereinen Leonbergs zu halten. Der Vortrag kann im Download-Bereich heruntergeladen werden.

Beschlüsse in Leonberg

Aus der Stadtverwaltung Leonberg und dem Gemeinderat können erste Erfolge und Schritte in die richtige Richtung vermeldet werden. Durch Gespräche und Aufklärung der Gemeinderäte und Stadtverwaltung haben wir einen aktiven Beitrag dazu geleistet. Hier eine kleine Chronologie:

07.11.: Fast alle Fraktionen beantragen in ihren Haushaltreden Geld für einen Masterplan. Das Thema schnelles Internet und Glasfaser findet sich in allen Haushaltsreden wieder.

11.12.: Im Rahmen der Fraktionssprechstunde haben wir uns im kleinen Sitzungssaal des Rathauses mit den Fraktionen getroffen. 16 Gemeinderäte von CDU, SPD, Bündnis 90/ Die Grünen, Freie Wähler und FDP waren gekommen (Die Linke hat sich vorab aus Termingründen entschuldigt), um sich gemeinsam mit uns zum Thema Masterplan, Berater und „Stadtwerke-Modell“ auszutauschen. Das Gespräch war sehr offen und konstruktiv und wir sind mit einem positiven Gefühl aus dem Gespräch gegangen. Wir haben zudem unsere aktive Mithilfe angeboten.

13.12.: Der Verwaltungs- und Finanzausschuss beschließt einstimmig 100 000 Euro für die Masterplanung und 20 000 Euro für Beratungstätigkeiten im Haushalt 2018 vorzusehen (mit Sperrvermerk). Dabei ist auch unser Feedback vom 11.12. mit eingeflossen. Zusätzlich wurde einstimmig beschlossen, die Agendagruppe Glasfaser inhaltlich stärker mit einzubinden.

19.12.: Verabschiedung des Haushalts 2018. Im LKZ-Artikel dazu: „Ebenfalls aufgestockt wird auf Antrag der CDU der Etat für den Breitbandausbau. Die ursprünglich vorgesehenen 50 000 Euro hat der Finanzausschuss verdoppelt. Mit diesem Geld soll der Bedarf in der Gesamtstadt ermittelt werden. Weitere 20 000 Euro sind geplant, um ein konkretes Umsetzungsprogramm zu erstellen. Oberbürgermeister Martin Kaufmann möchte hierfür die private Arbeitsgemeinschaft für den Breitbandausbau inhaltlich mit einbinden.“

Wir bedanken uns bei den Gemeinderäten und der Stadtverwaltung für das entgegengebrachte Vertrauen und freuen uns auf die Zusammenarbeit. Bei Martin Kaufmann bedanken wir uns für das schnelle Umsetzen eines seiner Wahlversprechen.

Umfrage Landkreis Böblingen

Parallel hat der Landkreis Böblingen in den letzten Monaten eine Umfrage unter den Unternehmen geführt, wobei nur gezielt eine Auswahl an Unternehmen angeschrieben wurden. In der Kreistagssitzung vom 18.12. wurde das Ergebnis der Umfrage präsentiert und kann online abgerufen werden. Fazit aus der Umfrage:

  • Befragt wurden kleine und mittelständische Unternehmen.
  • Nur 10% der befragten Unternehmen gehen mit modernem Glasfaser online, der Rest über alte Kupfertechnologien, mehr als die Hälfte über Telefonkabel (DSL).
  • Über die Hälfte erreicht mit unter 30 Mbit/s aktuell nicht einmal die Minimalanforderung der sog. NGA-Definition (Next Generation Access), dreiviertel der Befragten erreichen nicht die mind. 50 Mbit/s, die als Minimalziel der Bundesregierung für 2018 ausgerufen wurde.
  • Gut dreiviertel der Unternehmen sind mit der aktuellen Geschwindigkeit nicht zufrieden.
  • Über dreiviertel der Befragten wünschen sich in den nächsten 5 Jahren Bandbreiten (min. 100 Mbit/s symmetrisch), die realistisch, stabil und bezahlbar nur mit Glasfaser zu erreichen sind.
  • Die einmaligen Erschließungskosten und monatlichen Beiträge, die ein Großteil der Befragten bereit wären zu zahlen, ist in Relation zu den gewünschen Bandbreiten und für kleine und mittelständische Unternehmen im realistischen Bereich. Damit ist auch die Behauptung widerlegt, dass die Nutzer zu wenig bereit sind zu zahlen (mal abgesehen davon, dass im EU-Ausland mehr Bandbreite günstiger ist) und der Ausbau daher nicht vorankäme.

Die Umfrage zeigt, dass es gerade im Unternehmensbereich 5 nach 12 ist. Hier muss dringend gehandelt werden. Es reicht aber nicht aus, nur an die reinen Gewerbegebiete zu denken. Gerade die kleinen Betriebe, die oft von daheim arbeiten, sind quer über die Stadt verteilt, sodass man um eine flächendeckende Lösung – auch für die Privatkunden – nicht drum herum kommt.

Mit den Entscheidungen aus Leonberg können wir das Jahr 2017 positiv in Sachen Glasfaser abschließen und hoffnungsvoll ins Jahr 2018 blicken. Es wird noch ein steiniger, aber gangbarer Weg. Die Mitglieder der Bürgerinitiative wünschen Ihnen und Ihren Familien ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2018. Wir bedanken uns bei allen Unterstützern für das zahlreiche, positive Feedback, dass uns stets motiviert nicht aufzugeben.

Vectoring-Ausbau der Telekom: Status

Die meisten von Ihnen werden die vielen kleinen und mittleren Baustellen im gesamten Stadtgebiet von Leonberg bemerkt haben. In diesem Artikel möchten wir Sie über den Stand der Bauarbeiten und die Zeitpläne informieren.

Die Firma Leonhard Weiss verlegt im Auftrag der Deutschen Telekom AG die Glasfaser-Infrastruktur von der Vermittlungsstelle am Postgelände bis zu den Kabelverweigern (Ausnahme Silberberg, hier befindet sich die Vermittlungsstelle in Rutesheim). Die Kabelverzweiger (KVz) werden anschließend von Telekom-Mitarbeitern zu sogenannten Multifunktionsgehäusen (MFG) umgebaut. In diesen MFGs befindet sich die aktive Technik, die die Umsetzung von Glasfaser (optisches Signal) auf Kupferkabel (elektrisches Signal) vornimmt. Zwischen dem MFG und Ihrem Hausanschluss (TAE-Dose) bleibt das bisherige Telefonkabel bestehen. Auf dieser Strecke findet die Vectoring-Technik ihren Einsatz. Wie so ein Umbau aussieht, ist auf folgender Seite anschaulich beschrieben: http://internet-lippinghausen.de/.

Am vergangenen Mittwoch hatte die Telekom ihre erste Informationsveranstaltung in Gebersheim. Wir waren vor Ort, natürlich stilecht mit unseren T-Shirts, die auch gleich ihre Wirkung zeigten: Zwei Bürger hatten uns angesprochen. Wir bedanken uns für das positive Feedback und den Rückenwind. Im Anschluss der Veranstaltung kamen wir mit dem Regionalmanager der Telekom, Herrn Josip Nadj, ins Gespräch. Herr Nadj kannte uns bereits, da wir zu ihm vorab telefonischen Kontakt hatten, um die wichtigsten Fragen zu stellen. Wir bedanken uns bei Herrn Nadj für die fachlichen Informationen und das offene und angenehme Gespräch.

In der Verfügbarkeitskarte der Telekom ist der Vectoring-Ausbau bereits eingepflegt. Gibt man als Ort „71229“ ein, erscheint zunächst ein Info-Text. Dieser Info-Text ist allerdings nicht mehr aktuell.

Gebersheim, Silberberg: Hier wird das Vectoring ab dem 13.11.2017 buchbar sein, allerdings nicht überall gleichzeitig, da das Netz über einen Zeitraum von ungefähr 6-8 Wochen sukzessive aktiv geschaltet wird.

Eltingen, Höfingen, Leonberg, Ramtel: Hier soll die Technik ab März 2018 ans Netz gehen, dann ebenfalls sukzessive im Verlauf von voraussichtlich 6-8 Wochen.

Warmbronn: Da hier die NetCom BW aktiv ist, findet kein Vectoring-Ausbau seitens der Telekom statt.

Bevor wir uns die Verfügbarkeitskarte im Details ansehen, hier die wichtigste Info für Sie als Endkunde:

  • Sie können die neuen Bandbreiten von bis zu 50 Mbit/s und bis zu 100 Mbit/s im Download bei Ihrem bisherigen Anbieter buchen, müssen Ihren Anbieter also nicht wechseln. Nach Informationen von Vodafone, 1&1 Versatel und O2 stehen die Tarife zeitgleich mit der Telekom zur Verfügung, bei der Sie die Tarife ebenfalls buchen können. Falls sich die Tarife online noch nicht buchen lassen, rufen Sie am besten bei Ihrem Anbieter an oder gehen Sie in einen Shop. Meist dauert es etwas, bis die Daten im Online-System eingepflegt sind.
  • Die neuen Geschwindigkeiten stehen Ihnen nicht automatisch zur Verfügung. Das gilt auch für 16 Mbit/s, die bei Ihnen nach dem Ausbau auf jeden Fall ankommen sollten. Sie bleiben zunächst auf der alten Technik geschaltet und müssen das Umklemmen auf die Glasfaser im Multifunktionsgehäuse bei Ihrem Anbieter aktiv beauftragen, am besten wieder telefonisch oder im Shop.
  • Wollen Sie bei 16 Mbit/s bleiben, ist ein Tausch des Routers nicht notwendig. Wollen Sie 50 oder 100 Mbit/s buchen, kommt es auf das Alter Ihres Routers an. Wir werden eine Liste mit geeigneten Router erstellen und aktuell halten. Eine erste Übersicht finden Sie bei DSL-Web. Sollten Sie sich unsicher sein, schreiben Sie uns eine E-Mail oder kommen Sie zur kostenlosen Beratung der Agenda-Gruppe.

Filtert man die Karte auf VDSL-Ausbau geplant bis zu 100 Mbit/s, wird die Netzabdeckung mit Vectoring blau hinterlegt:
a

Laut Daten der Telekom werden nach dem Ausbau in 98% der Haushalte mind. 50 Mbit/s im Download zur Verfügung stehen – das Ziel der Bundesregierung bis 2018 flächendeckend jedem Haushalt mind. 50 Mbit/s zur Verfügung zu stellen ist damit für Leonberg verfehlt. Ca. 150 Anschlüsse werden weiter unterversorgt sein und als weiße Flecken gelten (weniger als 30 Mbit/s). Mindestens 80 Mbit/s sollen bei nur noch 88% der Haushalte ankommen (Quelle: Zwischenbericht des Breitbandberaters, V-Ausschussitzung vom 21.09.2017). Es sei an dieser Stelle aber noch einmal deutlich darauf hingewiesen, dass diese Angaben auf Werten der Telekom beruhen. Welche Geschwindigkeit bei Ihnen tatsächlich ankommt, hängt von vielen Faktoren ab und nicht nur von der reinen Entfernung zum Multifunktionsgehäuse ab. Im Internet sind genug Fälle zu finden, die nicht einmal stabil 50 Mbit/s bekommen können, obwohl sie so nah am MFG sind, dass 100 Mbit/s möglich sein sollten. Hier spielt v.a. die Qualität des Kupferkabels (z.B. Anzahl an Flickstellen) eine entscheidende Rolle.

Schaut man sich obige Karte genauer an, sieht man sowohl im Zentrum von Leonberg als auch im Gewerbegebiet Hertich eine große Lücke klaffen, hier noch einmal vergrößert:
Screenshot der Telekom-Webseite: VDSL-Ausbau geplant bis zu 100 Mbit/s
Nahbereich Leonberg: Dabei handelt es sich um den sogenannten Nahbereich, d.h. um die Gebäude, die direkt an die Vermittlungsstelle der Telekom bei der Post angeschlossen sind, für die es also kein extra Multifunktionsgehäuse gibt. Für diese Gebäude könnte die Telekom technisch ohne weiteren Ausbau Vectoring anbieten. Wo liegt das Problem? Die Wettbewerber der Telekom haben dagegen geklagt. Das Verwaltungsgericht Köln hat im März 2017 die Klage abgewiesen. Ein Teil der Kläger ist daraufhin in Revision gegangen, die Entscheidung steht noch aus. Wann Vectoring im Nahbereich also verfügbar sein wird, lässt sich derzeit nicht sagen. Schätzungen gehen von 1-3 Jahren aus!

Gewerbegebiet Hertich: Vectoring ist hier über die Telekom nicht geplant. Jedoch ist im Hertich teilweise Glasfaser durch die Sparkassen-IT, 1&1 Versatel und Globalways verfügbar. Wir haben der Stadt bereits eine Idee für flächendeckendes Glasfaser im Hertich zukommen lassen.

Sie sehen, der Vectoring-Ausbau ist mit einigen Fallstricken verbunden. Wir hoffen natürlich, dass sich für möglichst viele Haushalte mit diesem Ausbau die Situation deutlich verbessert. Man darf aber nicht verschweigen, dass für einen gewichtigen Teil mit diesem Ausbau das Ende der Fahnenstange erreicht ist und durch Super-Vectoring voraussichtlich keine weitere Verbesserung zu erzielen ist. Daher lohnt es sich weiter für echtes Glasfaser bis in die Gebäude zu kämpfen und uns zu unterstützen. Damit wären alle in diesem Artikel erwähnten Probleme auf einen Schlag gelöst.

Treffen mit Klaus Brenner

Am 18.09. haben wir uns mit Herrn Klaus Brenner, Bürgermeister der Stadt Leonberg und OB-Kandidat für die Wahl am 24.09., getroffen, um mit ihm über das Thema Glasfaser und Breitbandversorgung in Leonberg zu sprechen. Unser Anliegen war es herauszufinden, welche Positionen Herr Brenner zu dem Thema vertritt und welche Lösungen er unterstützen würde. Das Treffen fand im Allegre in der Römergalarie statt.

 

 

 

Wie bewerten Sie den Vectoring-Ausbau der Telekom?
Als kurzfristige Lösung ist es der richtige Weg. Es darf am Ende aber nur eine Brückentechnologie sein.

Wie sehen Sie die Breitbandversorgung in Leonberg?
Ich kenne die Probleme in der Stadt, habe früher selbst im Ramtel gewohnt, wo die Versorgung sehr schlecht ist, wie in anderen Stadtteilen auch. Leonberg ist hier derzeit schlecht aufgestellt. Dies stellt nicht nur für die Bürger, sondern vor allem auch für die Unternehmen ein Problem dar.

Für wie wichtig, notwendig und dringlich halten Sie den Glasfaserausbau?
Die Fertigstellung des Vectoring-Ausbaus der Telekom darf nicht erst abgewartet werden, es muss sofort losgelegt werden. Zunächst braucht man eine Bestandsaufnahme der bestehenden Infrastruktur: Wo liegt bereits welche Infrastruktur (z.B. Leerrohre), wo sind Lücken, wie können diese Informationen sinnvoll genutzt und kombiniert werden. Dieser Plan muss dann analysiert und zu einer flächendeckenden Planung ausgearbeitet werden – der sog. Masterplan. Das muss möglichst bald passieren. Dafür gibt es auch Fördermittel. Optimistisch betrachtet können wir das Ziel einer flächendeckenden Glasfaserversorgung in 8 Jahren erreichen.

Ist eine flächendeckende Glasfaserversorgung Aufgabe der öffentlichen Hand oder sollte sie der Privatwirtschaft überlassen werden?
Das muss im Zuge des Masterplans analysiert werden, auch von Fachleuten, die man sich dazu holt. Denkbar sind beide Wege. Man muss über alle Wege offen sprechen um das beste für Leonberg herauszuholen. Im Rathaus muss das Thema auch interdisziplinär angesiedelt werden: Wirtschaftsförderung, Tiefbauamt und Kämmerei müssen hier zusammen arbeiten. Wichtig ist auch, den Gemeinderat mitzunehmen.

Die Stadtwerke Ludwigsburg bauen flächendeckend Glasfaser aus – auch ein Modell für Leonberg?
Mit der LEO-Energie haben wir einen Partner, mit dem wir vergleichbares umsetzen können. Wichtig ist auch, auf Erfahrungen, die andere Städte gemacht haben, aufzubauen und sich mit den anderen Kommunen, z.B. Ludwigsburg oder auch Sindelfingen, auszutauschen. Bei so einer hohen Investition bleibt aber auch immer ein Restrisiko.

Der Ruf nach Glasfaser wird oft schnell mit dem Argument abgetan, dass man beihilferechtlich nichts machen könne. Stimmt das?
Grundsätzlich wird das Argument seine Richtigkeit haben. Das heißt aber nicht, dass man keine Wege finden muss, Wege zu finden. Man muss sich juristischen Rat holen und prüfen, was machbar ist und was nicht. Aufgrund von Bedenken nichts zu machen, ist falsch.

Würden Sie die Markterkundung durch einen Privatanbieter, beispielsweise die Deutsche Glasfaser, zu der wir in Kontakt stehen, unterstützen?
Da wär ich sofort dabei. Man muss alle Wege und Möglichkeiten ausloten und prüfen. Dabei muss jede Kontaktmöglichkeit genutzt werden.

 
Herr Brenner hat betont, dass der Austausch – auch mit Fachleuten – wichtig ist. Er möchte, egal ob als Bürgermeister oder Oberbürgermeister, auf unser Know-How, unsere Erfahrung und unsere Kontakte zurückgreifen und das Projekt Glasfaser mit uns aktiv gestalten. Wir bedanken uns für das angenehme und sehr konstruktive Gespräch und dafür, dass der Termin so kurzfristig und unkompliziert zustande kam.

Treffen mit Inge Horn

Am 10.08. haben wir uns mit Frau Inge Horn, geschäftsführende Gesellschafterin einer Projektgesellschaft und OB-Kandidatin für die Wahl am 24.09., getroffen, um mit ihr über das Thema Glasfaser und Breitbandversorgung in Leonberg zu sprechen. Unser Anliegen war es herauszufinden, welche Positionen Frau Horn zum Thema vertritt und welche Lösungen sie unterstützen würde. Das Treffen fand im Allegre in der Römergalarie statt.

 

 

Wie bewerten Sie den Vectoring-Ausbau der Telekom?
Der Vectoring-Ausbau ist zunächst besser als nichts und schafft für viele Betroffene kurzfristig Abhilfe. Aber Vectoring ist auch eine „Krücke“ und keine nachhaltige Lösung. Es ist definitiv nicht das, was wir in der heutigen Zeit wollen. Es ist daher schon mutig, den Vectoring-Ausbau als Innovation und Fortschritt hervorzuheben.

Wie sehen Sie die Breitbandversorgung in Leonberg?
Leonberg hat einiges aufzuholen. Glasfaser ist heute unabdingbar. Wir brauchen einen Masterplan, damit wir das Thema sukzessive entwickeln können. Bei der Ersterschließung von Gebieten muss gleich Glasfaser gelegt werden. Bei allen Baumaßnahmen, beispielsweise der Verlegung von Gas- oder Wasserleitungen, muss möglichst eine Miterschließung mit Glasfaser erfolgen. Ich werde alles daran setzen, dass in Leonberg sofort mit dem Ausbau des Breitbandnetzes begonnen wird und hoffe, dass wir sehr schnell vorankommen und schon nach 5 Jahren Erfolg melden können.

Für wie wichtig, notwendig und dringlich halten Sie den Glasfaserausbau?
Schnelles Internet, also Glasfaser bis in die Gebäude, ist ein wesentlicher Bestandteil des Themas „wirtschaftsstarkes Leonberg“. Ich habe im Rahmen der Stadtentwicklung in Neu-Ulm als Projektleiterin Konversion bereits 1997 die Verlegung von Glasfaser bis in die Gebäude umgesetzt. Was damals noch als Innovation galt, ist heute zwingende Voraussetzung für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort. Wir brauchen wirtschaftsstarke Unternehmen. Dazu brauchen wir entsprechende Rahmenbedingungen – und dazu zählt u. a. Glasfaser. Es ist aber auch ein ökologisches Thema, weil wir durch die Möglichkeiten des Homeoffices und zunehmende Digitalisierung Straßenverkehr vermeiden.

Ist eine flächendeckende Glasfaserversorgung Aufgabe der öffentlichen Hand oder sollte sie der Privatwirtschaft überlassen werden?
Hier gibt es keine Denkverbote. Ich würde mir wünschen, das Thema unter die Fittiche der Stadtwerke zu legen. Eine Umsetzung mit einem privaten Investor wäre auch vorstellbar. Aber ich glaube mit den Stadtwerken haben wir die Infrastruktur besser unter Kontrolle.

Die Stadtwerke Ludwigsburg bauen flächendeckend Glasfaser aus – auch ein Modell für Leonberg?
Man muss den Schritt machen: Wir haben die Stadtwerke und die LEO Energie, die heute sicher nicht das leisten, was sie könnten. Andere Städte bzw. Stadtwerke nutzen gezielt Modernisierungsmaßnahmen im Anschlussbereich, um Glasfaseranschlüsse zu legen. Aber auch bei der Ersterschließung von Gebieten müssten die Stadtwerke ihr Potential nutzen und Glasfaseranschlüsse im Erschließungspaket mit anbieten. Ein positives Beispiel hierfür ist die Stadt Aalen.

Der Ruf nach Glasfaser wird oft schnell mit dem Argument abgetan, dass man beihilferechtlich nichts machen könne. Stimmt das?
Die vielen positiven Beispiele aus Baden-Württemberg zeigen, dass es beihilferechtlich möglich ist, das Glasfasernetz durch die Stadtwerke umzusetzen. Man muss das genau prüfen. Nichts zu machen, weil man Angst vor einem solchen Projekt hat, ist kein Weg.

Würden Sie die Markterkundung durch einen Privatanbieter, beispielsweise die Deutsche Glasfaser, zu der wir in Kontakt stehen, unterstützen?
Ja. Sie können von mir erwarten, dass ich offen bin. Solche Gespräche sind wichtig, um alle Möglichkeiten auszuloten.

 

Zum Abschluss des Gesprächs hat Frau Horn hervorgehoben, dass Sie das Engagement der Bürgerinitiative „Glasfaser für Leonberg“ sehr schätzt. Frau Horn setzt auf das Thema Dialog und möchte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und den ehrenamtlich Engagierten die Stadt weiterentwickeln. Dabei möchte Sie Wissen und Kompetenzen – auch aus der Bürgerschaft – bündeln. Wir haben betont, dass wir gerne bereit sind mit unserem Wissen zu helfen. Wir bedanken uns für die Zeit und das Vertrauen in unsere Bürgerinitiative.

Treffen mit Martin Kaufmann

Am 24.07. haben wir uns mit dem Bürgermeister der Gemeinde Rudersberg und OB-Kandidaten für die Wahl am 24.09., Herrn Martin Kaufmann getroffen, um über das Thema Glasfaser und Breitbandversorgung in Leonberg zu sprechen. Unser Anliegen war es herauszufinden, wie Herr Kaufmann zum Thema steht und welche Lösungen er unterstützen würde. Das Treffen fand im Domizil am Marktplatz statt.

 

 

Wie bewerten Sie den Vectoring-Ausbau der Telekom?
Der Vectoring-Ausbau, so wie er aktuell auch in Rudersberg stattfindet, ist erst einmal positiv zu bewerten, da er eine Verbesserung der Versorgung bringt. Vectoring kann aber nur eine Übergangslösung für die nächsten 5-10 Jahre sein.

Wie sehen Sie die Breitbandversorgung in Leonberg?
Breitband ist der falsche Begriff, der Begriff ist veraltet. Wir sprechen heute vom Glasfaserausbau. Glasfaser ist kein Standortvorteil, sondern eine notwendige Versorgungssituation. Stand heute müssten wir eigentlich Glasfaser haben.

Ist eine flächendeckende Glasfaserversorgung Aufgabe der öffentlichen Hand oder sollte sie der Privatwirtschaft überlassen werden?
Beide Wege sind denkbar. Alles, was am Ende zum Ziel führt, muss unterstützt werden.

Auch in Ludwigsburg bauen die Stadtwerke nun ein Glasfasernetz. Ein Modell für Leonberg?
Wir müssen zuerst eine Markterkundung zum FTTH-Ausbau vornehmen. Es werden alle Anbieter abwinken, dann kann Leonberg die Ausarbeitung eines Masterplans in Auftrag geben. Es müssen Cluster gebildet werden, die mit wirtschaftlichen, zeitlichen und finanziellen Faktoren hinterlegt werden. Die Cluster müssen dann sukzessive abgearbeitet werden, Gewerbegebieten müssen sicher zunächst bevorzugt behandelt werden, da hier der Leidensdruck am größten ist. Die Umsetzung muss durch einen Generalunternehmer erfolgen, das ist aus Gewährleistungsgründen wichtig. Entweder muss eine eigene Gesellschaft gegründet werden, oder man kann das Projekt auch in der LEO Energie GmbH & Co. KG andocken.

Derzeit sind zwar keine Fördergelder verfügbar, es ist aber davon auszugehen, dass dies in den nächsten drei bis vier Jahren der Fall sein wird. Es kann aber nicht sein, dass wir erst warten bis Fördergelder bekommen, und dann erst mit der Planung beginnen. Nach dem Motto „lass es so laufen“ darf es auf gar keinen Fall passieren.

Eventuell muss eine Anschlussgebühr bezahlt werden, so wie es bei Wasser, Gas und Strom üblich ist. Diese Gelder erleichtern eine wirtschaftliche Umsetzung. Außerdem kann mit den Stadtwerken ein steuerlicher Querverbund gebildet werden, der insgesamt wirtschaftliche Vorteile bringt. Wenn wir allerdings bei dieser Frage angelangt sind, haben wir unser Ziel erreicht. Daran scheitern soll es nicht.

Der Ruf nach Glasfaser wird oft schnell mit dem Argument abgetan, dass man beihilferechtlich nichts machen könne. Stimmt das?
Das Beihilferecht ist bei dem oben beschriebenen Weg kein Thema.

Würden Sie die Markterkundung durch einen Privatanbieter, beispielsweise die Deutsche Glasfaser, zu der wir in Kontakt stehen, unterstützen?
Ja, alles was uns voranbringt, muss unterstützt werden. Wenn ein Anbieter den Ausbau ohne Kosten für Stadt und die Haushalte umsetzt, wäre das noch besser. Es könnten sich auch Kooperationsmöglichkeiten mit den Stadtwerken ergeben, dass z.B. die Stadtwerke die Wirtschaftlichkeitslücke füllt.

 

Zum Abschluss des Gesprächs hat Herr Kaufmann betont, dass bürgerliches, ehrenamtliches Engagement für die Funktion einer Stadt wichtig ist und damit auch unsere Bürgerinitiative. Er möchte das Thema mit uns gemeinsam gestalten und zum Ziel bringen, allein weil in unserer Bürgerinitiative die Experten sitzen. Wir bedanken uns für die Zeit und den Vertrauensvorschuss.

Treffen mit Dr. Ulrich Vonderheid

Am 20.07. haben wir uns mit dem Ersten Bürgermeister der Stadt Leonberg und dem OB-Kandidaten für die Wahl am 24.09., Herrn Dr. Ulrich Vonderheid getroffen, um über das Thema Glasfaser und Breitbandversorgung in Leonberg zu sprechen. Unser Anliegen war es herauszufinden, wie Herr Vonderheid zum Thema steht und welche Lösungen er unterstützen würde. Als Gast hat er den Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen, Herrn Dr. Karl-Peter Hoffmann, mitgebracht, den Herr Vonderheid als „Breitbandguru“ bezeichnet hat und in ihm ein Vorbild sieht. Das Treffen fand im Domizil am Marktplatz statt.

 

Wie bewerten Sie den Vectoring-Ausbau der Telekom?
Vectoring ist allenfalls ein Placebo, der vielleicht die nächsten Jahre funktioniert. Es stellt sich aber die Frage, was danach ist. Kupfer hat hier keine Zukunft. Wie sehen Sie die Breitbandversorung in Leonberg? Leonberg liegt hier massiv im Rückstand und befindet sich, so auch Herr Hoffmann, in einer „steinzeitlichen Phase“. Auch gibt es in Sachen Breitband zwischen den Kommunen einen Wettbewerb. Für viele Unternehmen ist eine Glasfaseranbindung schon heute „Standortentscheidung im ersten Schritt“. Dieser Trend wird weiter zunehmen, auch im Privatbereich. Es wird zunehmend schwieriger werden, Immobilien ohne Glasfaseranschluss zu verkaufen bzw. im Wert zu erhalten.

Ist eine flächendeckende Glasfaserversorgung Aufgabe der öffentlichen Hand oder sollte sie der Privatwirtschaft überlassen werden?
Mit einem Glasfasernetz lässt sich Geld verdienen. Das zeigt eindrucksvoll das Beispiel Sindelfingen. Herr Hoffmann führt aus, dass die Stadtwerke seit 2008 Glasfaser bis ins Gebäude (FTTH) verlegen und nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile schwarze Zahlen schreiben. Daher sollte man allein aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten das Glasfasernetz selbst aufbauen. Den Ver- und Betrieb müssen aber andere übernehmen.

Auch in Ludwigsburg bauen die Stadtwerke nun ein Glasfasernetz. Ein Modell für Leonberg?
Unbedingt. Aus dieser Motivation heraus war Herr Hoffmann als Experte mitgebracht worden. Die Stadtwerke Leonberg, genauer gesagt die LEO Energie GmbH & Co. KG, die zu 51% den Stadtwerken und zu 49% der EnBW gehört, wäre prädestiniert dafür eine passive Glasfaserinfrastruktur (sog. Dark-Fiber-Netz) aufzubauen. Gerade im Bereich Erneuerbare Energien und SmartMeter sind Stromnetz und Datennetz untrennbar miteinander verknüpft. Betreiben muss dieses Netz dann ein geeigneter Anbieter. Hier gibt es beispielsweise mit der NetCom BW, eine Tochtergesellschaft der EnBW, bereits einen Partner. Letztlich muss das Netz aber als sog. OpenAcess-Netz betrieben werden, d.h. jeder Anbieter – auch die Telekom – darf sich in das Netz einmieten und seine Internetdienste anbieten. Übrigens: Bereits 2014 wurde genau das von Herrn Vonderheid vorgeschlagen. Man hatte sogar schon konkrete Pläne ausgearbeitet, die NetCom BW hatte ihr OK gegeben und selbst über die Finanzierung war man sich einig. Leider hat die derzeitige Rathausspitze die Pläne letztendlich als nicht notwendig abgelehnt. Aus Sicht der Bürgerinitiative eine eklatante Fehlentscheidung und Fehleinschätzung. Mit einem neuen Oberbürgermeister könnte man die Ampel wieder auf grün stellen. Leider hat man hier viel Zeit verloren.

Der Ruf nach Glasfaser wird oft schnell mit dem Argument abgetan, dass man beihilferechtlich nichts machen könne. Stimmt das?
Als pauschale Aussage ist diese falsch. Die Beihilfe-Thematik ist bekannt, löst das Problem aber nicht. Es ist sicher ein komplexes Thema und man bewegt sich teilweise in Grauzonen. Es gibt aber genug Modelle, bei der die Stadt bzw. die Stadtwerke, die als Rechtsperson sowieso nicht trennbar sind, Geld für ein Glasfasernetz in die Hand nehmen dürfen. Herr Hoffmann kann diesem zustimmen. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise eine Kapitalerhöhung der LEO Energie GmbH & Co. KG. Diese ist beihilferechtlich unbedenklich. Die Stadt könnte den Privathaushalten und Unternehmen aber auch einen Zuschuss für mögliche Anschlusskosten zahlen, dieser Weg ist als das Marburger Modell bekannt. Darüber hinaus sind noch andere Maßnahmen denkbar. Wenn man es geschickt macht, ist das Beihilferecht kein Hinderungsgrund, so die Grundaussage.

Würden Sie die Markterkundung durch einen Privatanbieter, beispielsweise die Deutsche Glasfaser, zu der wir in Kontakt stehen, unterstützen?
Der Glasfaserausbau über die Stadtwerke ist klar zu bevorzugen, allein weil man sich die Einnahmen nicht entgehen lassen sollte und so das Netz in kommunaler Hand ist. Als Plan B ist es aber eine Option und zu Gesprächen ist man immer bereit. Vielleicht ergeben sich ja auch Kooperationsmöglichkeiten.

 

Abschließend hat Herr Vonderheid seine volle Unterstützung der Bürgerinitiative und seinen Dank zum Ausdruck gebracht und uns zum Weitermachen und nicht Lockerlassen ermutigt. Für das entgegengebrachte Vertrauen und die Zeit möchten wir uns noch einmal herzlich bedanken.

Stellungnahme: LKZ-Artikel vom 7.7.

In der Leonberger Kreiszeitung ist am 07.07.2017 ein Artikel über den Vectoring-Ausbau der Telekom erschienen: Vom Schotterweg zur Autobahn. Wir möchten als Bürgerinitiative zu einigen getroffenen Aussagen in dem Artikel folgende Stellungnahme abgeben.

Im Artikel wird die Frage gestellt, wie es mit dem Glasfaserkabel bis zum Kunden aussieht, wie es von Teilen des Gemeinderats gefordert wird. Verschwiegen wird, dass nicht nur Teile des Gemeinderats Fiber To The Building/Home (FTTB/H) – also Glasfaser bis ins Gebäude – fordern, sondern auch wir als Bürgerinitiative und all unsere Unterstützer.

Weiterhin wird Herr Schuler mit den Worten zitiert „Das [= Glasfaser bis ins Gebäude, Anmerkung von uns] benötigen nur wirklich wenige, so wie nicht jeder ein Auto mit 500 PS braucht“. Automobil-Vergleiche sind im IT-Umfeld sehr beliebt, man sollte sie aber zu Ende denken: Jede/r kann beim Kauf selbst entscheiden, ob ein Auto 100 oder 500 PS haben soll. Beim Internet soll unser Bedarf aber nun fremdbestimmt werden? Das ist nicht nachvollziehbar. Außerdem werden 100 PS in 5, 10 und 100 Jahren genauso ausreichend sein wie heute. Es bestreitet aber heute niemand mehr ernsthaft, dass der Bedarf an Bandbreite steigen wird.
Auch der Aussage, dass es wenige brauchen, muss widersprochen werden. Rund 1500 Bürgerinnen und Bürger, die uns unterstützen, können nicht als ‚wenige‘ bezeichnet werden. Dass Unternehmen, Selbständige, Freiberufler und Arbeitnehmer im Home-Office mehr Bandbreite benötigen als Kupfer leisten kann, ist ebenfalls unumstritten.

Weiter wird ausgeführt, dass ab 2018 über Super-Vectoring 200 MBit/s möglich seien. Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Denn flächendeckend werden 200 MBit/s nicht erreicht werden. Alle Haushalte, die mehr als ca. 300 m vom Verteilerkasten entfernt sind, werden nicht in diesen „Genuss“ kommen. Übrigens: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie empfiehlt bereits heute 250 MBit/s im Download für Home-Office und Cloud-Computing. Mit Vectoring und Super-Vectoring bekommen wir nicht nur eine nicht-flächendeckende Lösung, wir laufen der Entwicklung des Internets weiter mit großem Abstand hinterher.

Völlig unerwähnt bleibt zudem die Tatsache, dass sich der Upload durch Super-Vectoring im Vergleich zum Vectoring faktisch nicht verbessert (von 40 auf 50 Mbit/s). Für Unternehmen, Home-Office und Cloud-Computing sind symmetrische Bandbreiten bereits heute notwendige Voraussetzung. Nur durch Glasfaser bis ins Gebäude lassen sich zeitgemäße Uploadraten umsetzen: Glasfasernetze bieten die Möglichkeit von gleich hohen Up- und Downloadraten.

Weiterhin werden die hohen Kosten eines Glasfaserausbaus bis ins Gebäude genannt und es positiv hervorgehoben, dass durch den Telekom-Ausbau der Stadt keine Kosten entstehen. Aber: Nicht nur der Ausbau der Telekom, auch ein flächendeckender Ausbau mit Glasfaser, lässt sich grundsätzlich ohne Kosten für die Stadt und die Bürger umsetzen. Noch besser: Die Stadt könnte im Idealfall mit einer Investition direkte Einnahmen generieren, zumindest aber kostendeckend operieren und indirekte Einnahmen generieren. Dazu muss die Stadt sich aber dem Thema Glasfaser öffnen. Ein Schönreden von VDSL, Vectoring und Super-Vectoring hilft Leonberg nicht weiter.

Wir verfolgen das Thema seit geraumer Zeit. Beobachtet man die Medienlandschaft und die wirtschaftlichen und politischen Debatten, stellt man fest, dass sich das Bild und die Meinung gewandelt haben: Die Kritik am Vectoring wird lauter, der Ruf nach flächendeckendem Glasfaser ebenso. Erst gestern hat der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Landkreis Böblingen beschlossen, „eine flächendeckende Versorgung aller Unternehmen und Privathaushalte mit Glasfaser (FTTB- bzw. FTTH-Versorgung)“ anzustreben (TOP 3).  Dieser Entwicklung kann sich die Stadt Leonberg nicht dauerhaft entziehen. Wir erwarten, dass die Stadt Leonberg diesem Beschluss folgt und ihn uneingeschränkt unterstützt.

Infoveranstaltung in Backnang

„Glasfaser, Glasfaser, Glasfaser“

Unter diesem Motto stand die Infoveranstaltung der Stadt Backnang, zu der der Wirtschaftsförderer der Stadt, Herr Dr. Ralf Binder, am 27.06.2017 eingeladen hatte. Auf Netzbetreiberseite waren eingeladen: Die Deutsche Telekom, Unitymedia, Vodafone/Deutsche Glasfaser und der Regionalanbieter WisoTEL. Wir von der Bürgerinitiative waren auch vor Ort um uns die Präsentationen der Netzbetreiber anzuhören, Kontakte zu knüpfen und uns die Strategie von Backnang anzusehen.

Nach einer kurzen Eröffnungsrede durch den Oberbürgermeister hat Herr Binder einen Überblick über die Versorgungssituation in Backnang gegeben. Ähnlich zu Leonberg ist Backnang hauptsächlich über die Telekom und Unitymedia versorgt, wobei die Telekom bereits vor 3 Jahren Backnang mit VDSL und Vectoring versorgt hat, also derselben Technik, die Leonberg nächstes Jahr bekommen soll. Seit dem ist aber nichts mehr passiert und es gibt noch unterversorgte Gebiete. Die Stadt Backnang hat die dringende Notwendigkeit und den Standortvorteil einer flächendeckenden Glasfaserversorgung bis in die Gebäude erkannt.

Zitat: „Kupfer wird in Zukunft nicht mehr funktionieren.“

Daher war auch zentrale Frage der Veranstaltung an die vier anwesenden Anbieter: Was tun diese Anbieter, die in der Stadt ja auch ihr Geld verdienen, um Backnang flächendeckend mit Glasfaser zu versorgen. Und was kann die Stadt, was kann jeder Bürger tun um dieses Ziel zu erreichen.

Jeder geladene Netzanbieter hatte nun die Möglichkeit sich in einem 15-minütigen Vortrag zu präsentieren. Hier die Inhalte der Vorträge kurz zusammengefasst:

Deutsche Telekom:

  • Die Telekom setzt beim Ausbau vorerst weiter auf kupferbasierte Lösungen (VDSL und Vectoring). Als nächster Schritt sollen dabei Super-Vectoring und G.fast zum Einsatz kommen.
  • Langfristig geht auch die Telekom von der Notwendigkeit von Glasfaseranschlüssen aus.
  • Konkrete Pläne und Termine für die jeweiligen Ausbaustufen wurden nicht genannt. Auch die Abhängigkeit der Geschwindigkeit von der Länge der Leitung wurde nicht erwähnt.

Unitymedia:

  • Die Unitymedia setzt weiter auf die Glasfaser-Coax-Technik.
  • In den nächsten 1-2 Jahren möchte man darüber 1 Gbit/s im Download für alle Bestandskunden anbieten.
  • Die Nachteile der Glasfaser-Coax-Technik wie „shared medium“ (alle Haushalte am selben Knotenpunkt teilen sich die verfügbare Bandbreite) und geringe Upload-Raten wurden nicht erwähnt.
  • Ausbaupläne für nicht erschlossene Gebieten wurden nicht vorgestellt.

Vodafone:

  • Vodafone hat sich zur Strategie gemacht, Gewerbegebiete mit Glasfaser zu Versorgen und arbeitet dabei mit einem Investitionspartner zusammen, der sich später als die Deutsche Glasfaser herausstellte.
  • Bei erfolgter Interessenbündelung mit ausreichend Nachfrage stellt Vodafone hier einen Ausbau innerhalb von 12 Monaten in Aussicht.
  • Vodafone setzt mit dem Motto „einmal, aber dann richtig machen“ auf reine glasfaserbasierte Lösungen mit symmetrischen Bandbreiten.
  • Vodafone sieht vor allem auch wegen der deutlichen Zunahme an Homeoffice-Arbeitsplätzen und den Freiberuflern die Notwendigkeit auch Wohngebiete mit Glasfaser zu erschließen. In den letzten 5 Jahren nahm die Zahl der Homeoffices um 10% zu.

WisoTEL:

  • Die Firma WisoTEL ist überwiegen im Gebiet in und um Backnang tätig. Dort unterhält WisoTEL bisher Netze mit gemischter Kupfer-/Glasfaserinfrastruktur.
  • Im privaten Bereich werden VDSL-Anschlüsse mit Vectoring angeboten. WisoTEL gibt dabei ein Versprechen ab: Der Kunde zahlt nur für die Bandbreite, die er auch bekommt.
  • Im gewerblichen Bereich bietet WisoTEL individuelle Lösungen an und setzt dabei auf Glasfaser.
  • Auch in Leonberg unterhält WisoTEL ein Glasfasernetz: Die Hochhäuser am Leo-Center sind durch WisoTEL erschlossen.

 

Im Anschluss an die Vorträge schloss sich eine Fragerunde an. Zwei Fragengebiete möchten wir hier erwähnen:

  • Wie stehen die Chancen bei einer Interessenbündelung? Würde bei ausreichender Nachfrage eine Erschließung stattfinden?

Antwort Unitymedia: Unitymedia prüft jede Anfrage nach Aspekten der Wirtschaftlichkeit. Es klang an, dass Anfragen auf nachträgliche Erschließungen oft aus Wirtschaftlichkeitsgründen abgelehnt. Unitymedia ist sehr darauf bedacht, dass Aktivitäten in die Unternehmensstrategie passen. Bürger aus dem Publikum haben von ihren Erfahrungen berichtet, dass derartige Anfragen bereits gestellt und jeweils abgelehnt wurden. Auch wir von der Bürgerinitiative können diese Erfahrung bestätigen.

Antwort Deutsche Telekom: Die Telekom verweist auf das Produkt „Mehr Breitband für mich (MBfm)“. Im Rahmen dieses Angebots bietet die Telekom Glasfaseranschlüsse an. Jedoch müssen die Ausbaukosten, die je nach Entfernung zum Multifunktionsgehäuse mehrere Zehntausend Euro betragen, vollständig durch den Kunden getragen werden.

  • Werden Straßenbauarbeiten der Stadt genutzt, um Glasfaserkabel kostengünstig in die Gebäude zu bringen?

Antwort Unitymedia: Wie in der vorherigen Frage erwähnt prüft die Unitymedia auch bei Straßenarbeiten die Wirtschaftlichkeit, allerdings nur auf Anfrage. Ist die Straße bereits mit Coax-Kabel versorgt, also Kupfer, findet keine Überbauung mit Glasfaser statt.

Antwort Deutsche Telekom: Die Telekom nutzt Straßenbauarbeiten aktuell nicht um die Gebäude direkt mit Glasfaser zu versorgen.

 

Am Ende der Veranstaltung sind mit den Vertretern der Vodafone aus Weilimdorf und dem Geschäftsführer der WisoTEL aus Backnang ins Gespräch gekommen. Wir konnten uns zu folgenden Aspekten austauschen:

Vodafone/Deutsche Glasfaser

  • Vodafone unterhält im gewerblichen Bereich bereits Infrastruktur in Leonberg, ist also bereits vor Ort.
  • Investitionspartner der Vodafone ist die Deutsche Glasfaser, die flächendeckende Erschließungen mit Glasfaser vorantreibt, auch in Wohngebieten.
  • Beim Ausbau setzt die Deutsche Glasfaser auf ein konventionelles, mindertiefes Verlegeverfahren (Youtube-Video). Dabei kommt ein Spezialbagger mit einer Minischaufel zum Einsatz, der einen flachen Graben aushebt – normalerweise im Gehwegbereich: Die Bauarbeiten werden also auf ein Minimum beschränkt. Das umstrittene Microtrenching wird nicht eingesetzt.

Der Vertreter der Vodafone bedankte sich für den Impuls durch die Bürgerinitiative und hat versprochen einen Kontakt zur Deutschen Glasfaser herstellen, um die Ausbauoptionen für Leonberg zu prüfen.

Die Zusammenarbeit von Vodafone und der Deutschen Glasfaser bewerten wir als zukunftsweisend, da hier die Vodafone als erfahrener Telekommunikationsanbieter mit einem innovativen und dynamischen Unternehmen zusammenarbeitet.

 

WisoTEL

  • WisoTEL könnte sich grundsätzlich vorstellen als Ausbaupartner von Stadtwerken – konkret haben wir die Leonberger Stadtwerke in Spiel gebracht – aktiv zu werden.

Wir werden mit WisoTEL in Kontakt bleiben, um die Optionen für einen Ausbau in Leonberg zu diskutieren.

 

Fazit der Veranstaltung

Backnang hat die Notwendigkeit flächendeckender Glasfasernetze erkannt und wird diesen nach allen Möglichkeiten aktiv vorantreiben. Weder die Deutsche Telekom noch Unitymedia hatten konkrete Pläne im Gepäck, um dieses Ziel zu erreichen. Vodafone/Deutsche Glasfaser und WisoTEL hingegen stehen Ausbauoptionen offen gegenüber, Vodafone konnte bezogen auf Gewerbegebiete eine konkrete Aussage treffen.

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