Es geht los!

Im Hertich wird bereits gebaut

Anfang September hat der Glasfaserausbau (FTTH) in Leonberg begonnen: Die Telekom hat die Erschließung des Gewerbegebietes Hertich (Eltingen) gestartet, folgen werden die Gewerbegebiete Ulmer Straße (Ramtel) und Pfad (Höfingen). Die LKZ berichtete darüber am 4. September 2019. Auch im Amtsblatt der Stadt Leonberg vom 11. September 2019 erschien auf Seite 3 ein kurzer Bericht.

Wir haben am 22. September 2019 im Hertich die Baustellen im Hertich fotografiert (zum Vergrößern anklicken):

Haben Sie Baustellen in Leonberg entdeckt, die womöglich mit dem Glasfaserausbau zusammenhängen? Senden Sie uns Ihre Fotos gerne per E-Mail zu.

 

Fragen zum Glasfaserausbau?

In den letzten Wochen haben wir einige Fragen zum Ausbau in den Wohngebieten erhalten, per E-Mail oder im Rahmen des kostenlosen Beratungsservices der Agendagruppe Glasfaser. Hieß es doch in der Berichterstattung der LKZ, dass es 2020 im Ramtel und Warmbronn losgeht. Aber auch die Bewohner der anderen Stadteile fragen sich, wann Sie mit einem Glasfaseranschluss rechnen können.

Leider sind bisher keine Details zum FTTH-Ausbau öffentlich bekannt, weswegen wir aktuell keine konkreten Antworten liefern können. Aktuell sind wir mit der Stadt im Kontakt, um einen Termin mit der Stadt und der Telekom zu bekommen. Leider zieht sich dieser Prozess in die Länge – es gibt Dinge, die werden sich im Leonberger Rathaus wohl nie ändern…

 

Haben auch Sie Fragen? Gerne können Sie uns per E-Mail oder soziale Netzwerke kontaktieren oder uns im nächsten, kostenlosen Beratungsservice am 20. November 2019 besuchen.

FTTH in Leonberg startet noch dieses Jahr

In den letzten Wochen kam in Sachen Glasfaser für Leonberg einiges in Bewegung.


Masterplan

Der Masterplan, mit dem die Firma MRK Media AG beauftragt wurde, ist fertiggestellt und wurde dem Gemeinderat am 7. Mai 2019 präsentiert. Die Präsentation und der Beschluss des Gemeinderats können hier eingesehen werden. Den Anschluss der Schulen ans Glasfasernetz möchte die Stadt selbst übernehmen. Dafür ist eine Förderquote von bis zu 90 % zu erwarten. Der Veröffentlichung des Masterplans waren vier Sitzungen des Lenkungsausschusses vorausgegangen, in dem wir mit zwei Mitgliedern vertreten waren.


„Leo first“ – Telekom kündigt Ausbau von FTTH an

In einem Artikel vom 22. Mai berichtet die LKZ darüber, dass die Stadt Leonberg und die Telekom den Startschuss für den Glasfaserausbau bis ins Gebäude verbindlich vereinbart haben. Los geht es in drei Gewerbegebieten: Hertich (Eltingen), Pfad (Höfingen) und Ulmer Straße (Ramtel). Hier hat die Telekom eine Vorvermarktung erfolgreich abgeschlossen und wird im Herbst 2019 mit dem Ausbau beginnen.
Im gleichen Zeitraum wird die Telekom die Vorvermarktung für Warmbronn und Ramtel starten. Entscheiden sich mind. 30 % der Haushalte für einen Glasfaseranschluss, kann bereits im Frühjahr 2020 der Ausbau beginnen. Bei positiver Resonanz sollen weitere Stadtgebiete folgen.


Kooperationsvertrag mit der Telekom unterzeichnet

Letzten Freitag, am 24. Mai, wurde in Fellbach der Kooperationsvertrag zwischen der Region Stuttgart und der Deutschen Telekom unterzeichnet, wie die Stuttgarter Zeitung berichtete. Zu den Zielen der Kooperation haben wir bereits einen Kommentar abgegeben, wirklich neue und detailliertere Informationen gibt es seit dem nicht.


Unsere Einschätzung

Wir begrüßen und unterstützen die Kooperation und Zusagen der Deutschen Telekom. Für Leonberg ist die Zusage für die drei genannten Gewerbegebieten und die Wohngebiete Warmbronn und Ramtel eine riesen Chance, die genutzt werden sollte.
Unser erklärtes Ziel ist und bleibt eine flächendeckende Glasfaserversorgung in Leonberg. Daher möchten wir den Startschuss in Warmbronn und Ramtel aktiv begleiten. Wir erwarten, wenn die Vorvermarktung hier sehr positiv ausfällt, dass es mit den anderen Gebieten in Leonberg zügig weitergeht.
Wie unsere Unterstützung aussehen kann, ist derzeit schwer zu sagen. Wir warten auf detailliertere Informationen seitens der Telekom und der Kooperationspartner zur Vorvermarktung. Wichtige Fragen sind noch offen:

  • Welche Bedingungen sind an die Vorvermarktung geknüpft, z.B. welcher Tarif muss mindestens gebucht werden?
  • Wird das Netz einen Open Access für andere Wettbewerber haben?
  • Wie, wo und wann geht es nach Ramtel und Warmbronn weiter?

Sobald wir Antworten auf diese Fragen haben, werden wir darüber berichten.

Artikel in der LKZ: Glasfaserausbau in Leonberg und der Region

Im Hinblick auf die kürzlich in der Leonberger Kreiszeitung erschienenen Artikel betreffend den geplanten Glasfaserausbau der Region in Kooperation mit der Deutschen Telekom möchten wir mit diesem Beitrag einige Informationen präzisieren.

Kürzlich erschien in der Leonberger Kreiszeitung der Artikel „Schnelles Netz: 24 Kommunen sind am Start“. Darin wurden die Ausbauziele der Region Stuttgart in Kooperation mit der Deutschen Telekom beschrieben. Unter anderem war darin zu lesen „Bis 2020 sollen 94 Prozent aller Haushalte und Unternehmen mit Glasfaser­kabel ausgestattet sein, die eine Bandbreite von 100 bis 250 Mbit/s haben.“

Wir haben daraufhin die Leonberger Kreiszeitung kontaktiert und angemerkt, dass diese Information vermutlich falsch ist. Weder ist ein Ausbau mit Glasfaser zu 94 Prozent bis zum Jahr 2020 zu schaffen, noch ergeben die abgedruckten Bandbreiten in Zusammenhang mit einem Glasfaseranschluss Sinn. Wir haben außerdem auf die mangelnde Transparenz hinsichtlich der geplanten Kooperation und unsere Zweifel an einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe kundgetan. Auch haben wir uns kritisch zum Vorpreschen der Deutschen Telekom im Hinblick auf Glasfasererschließungen (in Gewerbegebieten) in der jetzt noch verbleibenden Zeit bis zur Kooperation geäußert („Rosinenpicken“).

Nach unserem Gespräch mit der Redaktion erschien der Artikel „Bürgerinitiative fordert mehr Transparenz bei Glasfaser“. In diesem Beitrag wurde u.a. berichtet, „Bei den Privathaushalten will man 50 Prozent bis zum Jahr 2020 mit Glasfaser am Haus versorgen […]“. Gleichzeitig wurde geschrieben, dass man das 2020er Ziel mit Vectoring und Supervectoring erreichen möchte („Zwischenschritt“). Wir vermuten, dass sich hier erneut ein redaktioneller Fehlerteufel eingeschlichen hat. Richtig ist unseren Informationen nach: Vectoring und Supervectoring hängen nicht mit der Kooperation zusammen und sind auch kein Glasfaserausbau bis ans Gebäude. Die Worte „Augenwischerei“ hatten wir in diesem Zusammenhang nicht gewählt.

Wir wissen, dass die Region einen flächendeckenden Glasfaserausbau anstrebt, insofern können wir den Grundtenor des Beitrages „Kein Schmalspur-Ausbau beim Breitband“ nicht nachvollziehen. Der Artikel erweckt den Eindruck, dass wir das Vorhaben ablehnen.

Aber das ist nicht der Fall. Wir begrüßen die Pläne des Glasfaserausbaus der Region grundsätzlich, wir halten den geplanten Zeitrahmen jedoch für zu großzügig – oder anders ausgedrückt: Es dauert uns zu lange. Und ein Ziel von 90 Prozent bedeutet, dass 10 Prozent der Haushalte leer ausgehen sollen. Eine vollumfängliche Einschätzung des angekündigten Projekts fällt uns schwer, da zu wenig Details öffentlich bekannt sind.

Das Thema Glasfaserausbau ist komplex. Wir hoffen, dass die Medien in ihrer Berichterstattung zukünftig verstärkt auf Details achten, damit die Zusammenhänge korrekt dargestellt werden.

Wichtige Schritte zum Jahresende

In der letzten Woche vor Weihnachten ist noch einiges passiert in Sachen Glasfaser.

#1: Am Dienstag hat der Gemeinderat mit knapper Mehrheit entschieden, dass Leonberg dem Zweckverband zum Glasfaserausbau, den nun 23 Kommunen aus dem Kreis Böblingen gründen, beizutreten (Artikel LKZ). Auch wenn die Kritik am Zweckverband und an der Kooperationsabsicht mit der Telekom berechtigt ist, wäre es zum jetzigen Zeitpunkt das falsche Signal gewesen nicht beizutreten. Durch eine Mitgliedschaft im Zweckverband hat Leonberg die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Wir begrüßen die Entscheidung des Gemeinderats.

#2: Am Mittwoch gab es das erste Treffen des Lenkungsausschuss Masterplan Glasfaser. Die Agendagruppe Glasfaser war durch zwei Mitglieder vertreten. Dem Ausschuss angehörig waren Vertreter der Stadtverwaltung, der MRK, die den Masterplan erstellen, der Fraktionen des Gemeinderats und der EnBW. Bis Ende Februar soll der Masterplan Glasfaser fertiggestellt sein, Ende Januar gibt es ein Zwischentreffen.

Damit wurden noch dieses Jahr zwei wichtige Weichen für 2019 gestellt. Wir sind gespannt, was das neue Jahr bringt und setzen auf entscheidende Fortschritte in der flächendeckenden Versorgung Leonbergs mit Glasfaser bis ins Gebäude.

Wir bedanken uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern für die Unterstützung und wünschen allen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2019.

350 Tage OB Kaufmann – Ein Zwischenfazit

Auch wenn es in letzter Zeit ruhig um uns geworden ist, heißt das nicht, dass wir untätig waren. Wir haben die letzten Monate intensiv an der Beauftragung des Masterplans Glasfaser hingewirkt. Jetzt endlich, nachdem OB Kaufmann fast ein Jahr im Amt ist, ist die Beauftragung durch. Abgesehen davon, dass es am Ende viel zu lang gedauert hat, lief der Prozess allgemein wenig rund. Mit diesem Artikel möchten wir euch eine Zusammenfassung der letzten Wochen geben, die maßgeblich im Ergebnis der öffentlichen Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses (V-Ausschuss) letzte Woche Donnerstag mündet. Nach Prüfung und Beratung durch den Aufsichtsrat haben die Gesellschafter der LEO Energie GmbH & Co. KG („LEO Energie“) am 07.11.2018 beschlossen, den Masterplan an die MRK Media AG („MRK“) zu vergeben. Die LEO Energie ist eine Tochterfirma der Stadtwerke Leonberg und übernimmt die Aufgaben im Zusammenhang mit der Bereitstellung eines Masterplans.

  • Im Vorfeld zur Sitzung des V-Ausschuss hatten wir einige Punkte aus dem Beschlussvorschlag 2018/249 in einer E-Mail an die Mitglieder des V-Ausschusses richtiggestellt. Als Reaktion erhielten wir eine E-Mail von OB Kaufmann mit der Information, dass der Tagesordnungspunkt (TOP) 9 „Breitbandversorgung – Vergabe Masterplan“ hinfällig sei und daher gestrichen werde. Es erweckte den Anschein, man wollte die öffentliche Diskussion meiden.
  • Die Vergabe des Masterplans wurde in der V-Ausschuss-Sitzung am 15.11.2018 kontrovers diskutiert. Zunächst wollte OB Kaufmann den TOP 9 wie angekündigt absetzen. Nach Antrag der CDU durch Herrn Zander, den TOP auf der Agenda zu belassen, welcher von den Grünen und der FDP unterstützt wurde, blieb der TOP bestehen.
  • CDU und Grüne kritisierten in der Sitzung massiv die Zeitverzögerung bei der Beauftragung. Trotz großem Engagement unsererseits war die Stadtverwaltung nicht in der Lage, die Vergabe in einer akzeptablen Zeitspanne in die Wege zu leiten. Seit Winter 2017/2018 haben wir als Agendagruppe auf die Vergabe gedrängt.
  • Kritisiert wurde von Frau Widmaier (Grüne) und Herrn Zander (CDU) ebenfalls die mangelhafte Einbindung der Agendagruppe Glasfaser in den Vergabeprozess. Die Kritik wurde von EBM Dr. Vonderheid entschieden zurückgewiesen mit der Begründung, er habe noch nie so viel mit Bürgern in Kontakt gestanden wie mit uns. Anmerkung: Es ist korrekt, dass es zwischen den Geschäftsführern der LEO Energie und uns mehrere Treffen gab, in denen wir die Möglichkeit hatten unsere Punkte vorzutragen und Vorschläge zu machen. Es ist aber auch korrekt, dass getroffene Vereinbarungen im Nachgang nicht eingehalten und fokussierte Termine versäumt wurden. Außerdem werden unsere E-Mails gar nicht oder nur sehr zeitverzögert erst auf mehrmalige Nachfrage meist sehr knapp beantwortet, ohne auf alle unsere Punkte einzugehen.
  • Die Agendagruppe war bei Vorgesprächen mit zwei Anbietern involviert: Rala NGN Germany GmbH („Rala“) und RBS wave GmbH („RBS wave“). Beim Entwurf eines Schreibens zur Angebotsaufforderung („Lastenheft“) waren wir ebenfalls beteiligt. Danach wurden wir aber weder in den weiteren Prozess mit einbezogen noch über den Fortschritt wenigstens informiert.
  • So wissen wir trotz mehrmaliger Nachfrage bis heute nicht, welches „Lastenheft“ genau an die Anbieter verschickt wurde und welche unserer Anmerkungen mit eingeflossen sind.
  • Wir hatten uns zusammen mit den Geschäftsführern der LEO Energie in einem Treffen vom 09.08.2018 auf folgende Firmen zur Angebotseinholung verständigt: tkt teleconsult („tkt“), Rala und RBS wave. Dem Beschlussvorschlag der V-Ausschusssitzung ist zu entnehmen, dass statt tkt die Firma MRK Media AG („MRK“) ins Spiel gekommen ist. Wie MRK auf den Plan kam und warum die tkt nicht angeschrieben wurde, wissen wir nicht. Es wäre für uns selbstverständlich in Ordnung gewesen, mit der MRK einen zusätzlichen vierten Anbieter anzuschreiben.
  • Wir akzeptieren und verstehen, dass die Entscheidung, welche Firmen angeschrieben werden und welche beauftragt wird, einzig bei der LEO Energie liegt. Wir hätten uns aber gewünscht, dass man uns im Vorfeld über MRK informiert und im Idealfall nach unserer Meinung gefragt hätte, statt uns und letztlich auch den V-Ausschuss vor vollendete Tatsachen zu setzen. Das führt am Ende alle Treffen zwischen den Geschäftsführern der LEO Energie und uns und alle getroffenen Vereinbarungen ad absurdum.
  • In der V-Ausschusssitzung berichtete OB Kaufmann, dass MRK die kürzeste Zeitschiene anbietet: Fertigstellung Masterplan im Februar 2019, Vorstellung Business-Case im April 2019. Die RBS wave, der zweite Favorit der LEO Energie und auch unserer, würde bis Sommer/Herbst 2019 brauchen. Vor diesem Hintergrund können wir die Entscheidung gegen RBS wave mehr als nachvollziehen. Andererseits hätte es mit Rala und tkt zwei weitere Anbieter gegeben, deren Zeitschiene interessant wäre.
  • Massiv skeptisch stimmt uns das deutlich niedrigere Angebot der MRK von ca. 35.000 Euro. Die Angebote der anderen sind mindestens doppelt so hoch. OB Kaufmann führte in der Sitzung des V-Auschusses aus, dass die Preisdifferenz im Wesentlichen aus einem „Kampfpreis“ und der Tatsache rührt, dass die MRK nur auf Basis der HOAI (Honorarordnung für Architekten- und Ingenieurleistungen) Phase 3 (d.h. Entwurfsplanung und Kostenberechnung) plant. Die anderen Anbieter haben für eine wesentlich detailliertere Planung angeboten, die daher teuer ist, wir aber laut OB Kaufmann zum aktuellen Zeitpunkt nicht benötigen.
  • Unseren Recherchen nach gibt es keine HOIA 3 Planungsdefinition für FTTB-Netze. Auch die Anforderungen des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gehen unseren Informationen nach über HOAI 3 hinaus (ggf. relevant in Bezug auf Fördergelder). Diese Anforderungen flossen bei der Erstellung des „Lastenheftes“, welches wir zusammen mit den Geschäftsführern der LEO Energie erarbeitet hatten, mit ein. Warum der Auftrag nun an einen Anbieter geht, der diese Vorgabe nicht erfüllt, erschließt sich uns nicht. Auch hier hätte man sich die Mühe sparen können.
  • Die Agendagruppe Glasfaser hatte sich von Anfang an für eine detailliertere Planung, ggf. unterteilt in eine anfängliche Grob- und eine weiterführende Detailplanung, ausgesprochen. Die Angebotsaufforderung an die Anbieter ging über HOAI 3 hinaus. Auch eine umfassende Beratung im Hinblick auf verschiedene Geschäftsmodelle und die Kooperation der Region mit der Telekom wurden von uns als wichtig erachtet.

Unser Fazit:
Wir akzeptieren die Vergabe des Auftrages an die Firma MRK Media AG, sind aber über die Art und Weise des Zustandekommens verärgert. Wir haben viel Freizeit, unentgeltlich, investiert, was wir uns letztlich hätten sparen können.

Die Kommunikation und der Informationsaustausch muss deutlich verbessert werden. Fortschritte und Informationen müssen uns automatisch ohne mehrmaliges Nachfragen erreichen.

Wir haben uns von unserem neuen OB und dem herbeigerufenen „frischen Wind“ deutlich mehr erhofft. Wir spüren bisher bestenfalls ein laues Lüftchen. Unsere Erwartung an Herrn Kaufmann ist ganz klar: Reden Sie nicht nur von Chefsache, handeln Sie auch danach. Packen Sie den Glaseraufbau endlich mit der notwenigen Ernsthaftigkeit und Dynamik an.
Wenn sich das eigentliche Mammutprojekt, der flächendeckende Ausbau Leonbergs mit Glasfaser (FTTB) genauso hinzieht wie die Vergabe des Masterplans – ein winzig kleiner Baustein im Gesamtprojekt, dann sehen wir schwarz. Dieser Meinung sind sowohl die Grünen in ihrer Haushaltsrede als auch die CDU in der LKZ von heute.

Kooperation der Region Stuttgart mit der Telekom – Ein erster Kommentar

In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben heute das Landesinnenministerium, die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart und die Deutsche Telekom einen partnerschaftlichen Netzausbau vorgestellt. Folgende Punkte wurden in einer Absichtserklärung vereinbart:

  • Flächendeckende Glasfaserversorgung bis ins Gebäude (FTTH)
  • Ausbau des 4G-LTE-Mobilfunknetzes
  • Vorreiterrolle beim 5G-Mobilfunknetz

Davon betroffen ist die gesamte Region Stuttgart: Die Landeshauptstadt selbst und die fünf umliegenden Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr-Kreis – und damit auch Leonberg. Es ist das erste Kooperationsprojekt der Deutschen Telekom dieser Größenordnung in ganz Deutschland. Das Investitionsvolumen beträgt ca. 1,1 Milliarden Euro. Auch andere Netzbetreiber wurden angefragt, haben aber entweder ein schlechteres oder gar kein Angebot abgegeben. Ohne die genauen Verträge zu kennen, ist es schwer das Projekt umfassend zu bewerten. Wir möchten hier eine Zusammenfassung des Projekts, unseren ersten Eindruck und die nun nötigen Maßnahmen darstellen.

Grob zusammengefasst besteht die Kooperation darin, dass die Ausbaugebiete in zwei Bereiche unterteilt werden: Cluster, die privatwirtschaftlich (von der Deutschen Telekom) und Cluster, die mit Unterstützung der Kommunen ausgebaut werden. Die Deutsche Telekom hat sich verpflichtet, ihre Gebiete eigenwirtschaftlich (d.h. ohne Kosten für die Kommunen) mit FTTH zu versorgen. In den übrigen Gebieten sollen die Kommunen z.B. durch Leerrohrnetze die Wirtschaftlichkeitslücke schließen. Die Deutsche Telekom mietet diese und andere Infrastruktur zur Verlegung ihres FTTH-Netzes an. Das Netz soll insgesamt als Open-Access-Netz geführt werden, sodass sich auch andere Anbieter in das Netz einmieten und ihre Dienste anbieten können.

Um festzustellen, ob ein Gebiet wirtschaftlich ist, bedarf es eines sogenannten Masterplans. Der Masterplan beinhaltet eine genaue Aufstellung, wo Glasfaserkabel benötigt werden, wie sie verlaufen, wie viele Fasern notwendig sind, wie viele und wo Gebäudeanschlüsse notwendig sind und die Standorte der Knotenpunkte, der sogenannte Point-of-Presence, kurz PoP. Anhand dieses Plans können die Kosten für eine FTTH-Verkabelung recht genau kalkuliert werden. Die Deutsche Telekom wird diesen Plan wiederum mit ihrem Wirtschaftlichkeitsmodell verschmelzen und entscheiden, welche Gebiete eigenwirtschaftlich zu erschließen sind bzw. nicht.

Kurz gesagt: Ohne kommunalen Masterplan wird kein Ausbau stattfinden, er ist Grundvoraussetzung für den Ausbau der Deutschen Telekom. Auch Leonberg benötigt also unbedingt einen Masterplan.

Umso erfreulicher ist es, dass jüngst der Gemeinderat am 19. Juni den Sperrvermerk für den Masterplan Breitbandausbau einstimmig aufgehoben hat (Ö16 und Ö16.1). Die LEO Energie soll mit der Vergabe der Masterplanung beauftragt werden. In Vorbereitung dazu haben die beiden Geschäftsführer der LEO Energie zusammen mit uns als Agendagruppe bereits zwei potentielle Dienstleister für die Masterplanung eingeladen, kennen gelernt und Angebote eingeholt, ein dritter Dienstleister soll folgen. Wir arbeiten aktuell daraufhin, dass die Beauftragung noch vor den Sommerferien über die Bühne geht und der Masterplan noch dieses Jahr abgeschlossen werden kann. Nur so kann Leonberg bei dem Kooperationsprojekt ganz vorne mitspielen.

Denn (mindestens) einen Wermutstropfen gibt es leider doch: Als zeitliches Ziel hat man sich gesetzt, bis 2022 90% der Unternehmensstandorte (gut!), aber erst bis 2025 nur 50% und bis 2030 nur 90% der Haushalte ans Glasfasernetz anzuschließen. Dieses Ziel steht damit im klaren Widerspruch zum Ziel der Bundesregierung, Deutschland bis 2025 gigabitfähig zu machen, sogar ein Rechtsanspruch ist im Gespräch. Allerdings ist das Ziel der Bundesregierung bisher nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Hier erwarten wir dringlichst konkrete Maßnahmen, vor allem hinsichtlich Förderung und Lockerungen bei Ausbautechniken, um Engpässen im Tiefbau entgegenzuwirken. Diesbezüglich haben wir Bundes- und Landtagsabgeordnete aus der Region zu einem Arbeitstreffen Glasfaser eingeladen, welches am 20. Juli stattfinden wird.

 

Insgesamt begrüßen wir die Kooperation, eine genaue Bewertung ist aufgrund fehlender Informationen noch schwierig. Uns stellen sich folgende Fragen:

  • Nach welchen Kriterien wird die Wirtschaftlichkeit bewertet und wer legt diese fest?
  • Wer legt die Mietpreise für kommunale Infrastruktur fest, wer für den Open-Access der anderen Netzbetreiber?
  • Wie werden die 179 Städte und Kommunen und die Gebiete beim Ausbau priorisiert?
  • Wie will man den Widerspruch im zeitlichen Ziel im Zusammenhang mit einem drohenden Rechtsanspruch lösen?

Für uns beginnt damit unsere eigentliche Arbeit, denn unser Ziel ist weiterhin eine flächendeckenden FTTH-Versorgung für ganz Leonberg. Wir sehen unsere Aufgabe unter anderem darin, mitzugestalten, dass Leonberg beim FTTH-Ausbau der Deutschen Telekom ganz vorne mit dabei ist und die Leonberger Bürgerinnen und Bürger aufzuklären und den Einstieg in die Glasfaserwelt zu erleichtern.

Schreibt uns doch in den Kommentaren, was ihr von der Kooperation haltet, was ihr euch wünscht und von uns erwartet.

Leonbergs erste Schritte auf den Weg zur Glasfaser

Abseits des eigenwirtschaftlichen Vectoring-Ausbaus der Deutschen Telekom, der sich leider länger hinzieht, sind auch auf städtischer Seite in den letzten Monaten die Weichen auf Glasfaser bis ins Gebäude gestellt. In diesem Artikel fassen wir die Beschlüsse und Geschehnisse seit Amtsantritt von Oberbürgermeister Martin Kaufmann zusammen.

Was hat sich in letzter Zeit getan?

  • Der Gemeinderat hat einstimmig 20.000 EUR für ein Ausbaukonzept und 100.000 EUR für eine Masterplanung (Gesamtkonzept mit Planung der Leerrohre, Kabelwege bis in die Gebäude, Knotenpunkte) zur Verfügung gestellt.
  • Der Finanz- und Verwaltungsausschuss des Gemeinderats hat einstimmig beschlossen, dass wir als Agenda-Gruppe Glasfaser verstärkt und aktiv mit eingebunden werden.
  • Ein Treffen mit dem Wirtschaftsförderer der Stadt, Benjamin Schweizer, am 01.02.2018 hat gezeigt, dass die Stadt endlich auf flächendeckende Glasfaserversorgung setzt.
  • Herr Oberbürgermeister Kaufmann möchte die Beauftragung der Masterplanung und das Thema Glasfaserausbau in die Hände der Leo Energie GmbH & Co. KG (kurz: Leo Energie, eine Tochter der Stadtwerke) geben.
  • Wir haben uns am 20.03.2018 mit Frau Kägebein, der technischen Geschäftsführerin der Leo Energie, und Herrn Dr. Vonderheid (kaufmännischer Geschäftsführer) zur Abstimmung und für einen gemeinsamen Fahrplan getroffen:
    • Bevor die Leo Energie tätig werden kann, müssen die Gremien der Gesellschaft zustimmen. Die nächste Sitzung ist im Juni.
    • Anschließend soll ein Berater beauftragt werden, der Konzept und Masterplanung auf den Weg bringen soll.
    • Bis Juni ist man aber nicht untätig, sondern wird mit uns potentielle Dienstleister für die Masterplanung sondieren. Wir dürfen Berater vorschlagen.
    • Wir sollen aktiv eingebunden sein, dürfen das Projekt beratend begleiten und sollen bei Entscheidungen mit eingebunden werden.

Wir begrüßen den eingeschlagenen Weg und verstehen, dass das Projekt noch ganz am Anfang steht. Die verlorene Zeit aus der Vergangenheit kann sicher nicht über Nacht aufgeholt werden. Dennoch erwarten wir eine zunehmende Dynamik, hohe Priorisierung und entsprechend rasche Umsetzung von Einzelschritten.

Vectoring-Ausbau: Aktueller Stand

Der Monat März neigt sich dem Ende und eigentlich sollte der Vectoring-Ausbau der Deutschen Telekom längst abgeschlossen sein. Tatsächlich erreichen uns Kommentare, dass die Tarife mit bis zu 50 und bis zu 100 Mbit/s bei vielen noch nicht buchbar sind. Aussagen wie „mehr als 16 Mbit/s gehen nicht“ oder „keine freien Ports“ sind zu lesen. Schon vor Wochen erreichte uns die Meldung, dass es zu Verzögerung kommt, allerdings ohne konkrete Details zu nennen. Wir wollten es genauer wissen und haben sämtliche Kontakte spielen lassen: Die Hotline, den Chat, Telekom-hilft auf Twitter, den Telekom Shop im Leo-Center, Messe-Kontakt auf der BREKO-Glasfasermesse und den direkten Kontakt zum Regio-Manager der Telekom. Man hatte uns Informationen, sogar eine Pressemitteilung, zu den Verzögerungen in Aussicht gestellt. Auch die Stadt Leonberg hat der Telekom empfohlen, eine Pressemitteilung zu veröffentlichen.

Passiert ist leider wenig: Auf die Pressemitteilung warten wir bis heute. Wirklich fundierte und verlässliche Informationen haben wir leider ebenfalls nicht bekommen. Dennoch möchten wir euch die wenigen Informationen, die wir haben, zur Verfügung zu stellen.

Wirft man einen Blick auf die Verfügbarkeitskarte auf www.telekom.de/schneller, zeichnet sich kein klares Bild ab. Für Eltingen, Höfingen, Leonberg und Ramtel erscheint ein Hinweis-Fenster, dass der Ausbau Anfang März 2018 abgeschlossen wurde. Für Silberberg und Gebersheim gibt es keine Hinweise. Schaut man sich dann die Karte an und aktiviert „VDSL 100“ (Vectoring) und „Highspeed-Ausbau geplant“, scheint Vectoring in ganz Leonberg abgesehen vom Zentrum (Nahbereich) verfügbar zu sein, Gebersheim fehlt komplett und Silberberg zu großen Teilen. Warmbronn wird durch die NetCom BW versorgt und war vom Ausbau der Telekom schon immer ausgeschlossen.

Im Folgenden fassen wir unseren aktuellen Kenntnisstand zusammen. Wir möchten betonen, dass die Informationen auf teils widersprüchlichen Aussagen von Telekom-Mitarbeitern beruhen und daher ggf. mit Vorsicht zu genießen sind.

Eltingen, Höfingen, Leonberg, Ramtel: Seit dem 21.03. kann Vectoring in diesen Gebieten gebucht werden, allerdings noch nicht überall. Das Ezach sei wohl zum größten Teil fertig, im Ramtel fehlt der nördliche Teil, Leonberg selbst weißt Lücken auf, das gleiche gilt wohl für Höfingen. Im Laufe des Aprils soll der Ausbau aber abgeschlossen sein.

Gebersheim ist angeblich komplett ausgebaut und überall verfügbar. Vielleicht können das die Gebersheimer in den Kommentaren bestätigen oder auch widerlegen. Warum es auf der Karte nicht angezeigt wird, bleibt ein Rätsel.

Schlechte Nachrichten gibt es für Silberberg, welches anschlusstechnisch z.T. an Rutesheim hängt. Der nördliche Teil des Silberbergs muss sich wohl noch bis Juli gedulden.

Bzgl. der oft gelesenen Aussage, es seien keine freien Ports verfügbar – gerade die Kunden von Drittanbietern wie Vodafone, 1&1 und O₂ bekommen dies wohl öfter zu hören: Wir vermuten, dass diese Aussage daher rührt, dass die Drittanbieter bei der Deutschen Telekom den Anschluss anfragen, welcher abgelehnt wird, weil er noch nicht ausgebaut wurde. Die Anzahl an Vectoring-Ports ist quasi Null und im System erscheint das wohl als „keine freien Ports“.

Was sind die Gründe für die Verzögerungen? Genannt werden Lieferschwierigkeiten bei der aktiven Hardware in den Multifunktionsgehäusen, also der Hardware, die das Glasfaser-Signal auf Kupferkabel umsetzt und umgekehrt. Es soll aber eine größere Lieferung gegeben haben, weshalb der Ausbau in Leonberg im Laufe des Aprils abgeschlossen sein soll. Wichtig: Die höhere Bandbreite kann nicht nahtlos mit der Buchung geschaltet werden. Ein Techniker der Telekom muss vor Ort das Telefonkabel des Kunden im Multifunktionsgehäuse auf die neue aktive Glasfaser-Hardware umklemmen. Daher muss man nach der Buchung noch auf einen freien Techniker-Termin warten.

Uns ist bewusst, dass diese Aussagen wenig konkret sind. Es tut uns leid, dass auch wir keine genaueren Informationen haben. Wir möchten an der Stelle betonen, dass wir nicht die Verzögerung selbst kritisieren. Sie sind ärgerlich, aber derzeit nicht zu ändern. Was die Deutsche Telekom aber ändern kann, ist ihre Informationspolitik. Wir bedauern es, dass die Telekom nicht in der Lage ist ihren Kunden gegenüber transparenter und offener zu sein. Vielleicht gibt sich die Telekom einen Ruck und stellt doch noch die angekündigten Informationen zur Verfügung.

Übrigens: Mit einem echten Glasfaserausbau bis in die Gebäude wäre das nicht passiert, weil man hier die Komponenten zur Umwandlung der Datensignale, mit der es diese Lieferprobleme gibt, gar nicht erst benötigt.

Technik: Glasfaseranschluss kann mitwachsen (aus LKZ)

Im letzten Teil der Serie geht es um reine Glasfaseranschlüsse bis ins Gebäude – dem Ziel, auf das wir gemeinsam mit der Stadt hinarbeiten. Erschienen ist der Artikel in der Leonberger Kreiszeitung am 08.02.2018 – online ist der Artikel noch nicht verfügbar, den Link reichen wir nach.

 

Wird bei Kupferkabeln das Signal über Strom übertragen, kommt bei Glasfaserkabeln Licht zum Einsatz. Dieses kann sich in Glasfaser nahezu ungehindert ausbreiten, weshalb das Signal weniger geschwächt wird. Die Dämpfung ist deutlich geringer als bei Kupferkabeln, außerdem stören benachbarte Kabel das Signal nicht. In Summe kann ein deutlich höherer Frequenzbereich genutzt werden. Geschwindigkeiten von 100 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) sind beim Senden und Empfangen möglich. Die elektrischen Signale der Endgeräte werden dabei in Lichtimpulse umgewandelt, per Glasfaser übertragen und wieder zurückgewandelt.

Glasfaser bis ins Gebäude
Bei reinen Glasfaseranschlüssen führt die Glasfaser bis ins Gebäude, man spricht von FTTB (Fiber to the Building). Für die Erschließung müssen keine Vorgärten aufgegraben werden. Im Normalfall reicht ein kleines Erdloch an der Hauswand, die Verlegung vom Gehweg erfolgt unterirdisch. In der Hauswand ist ein kleines Bohrloch notwendig.

Anschließend muss das schnelle Internet in die Wohnräume verteilt werden. Die konsequenteste Lösung ist, Glasfaserkabel zu legen, man spricht von FTTH (Fiber to the Home). Der Router wird dann direkt an die Glasfaser angeschlossen, die heimischen Endgeräte bleiben unverändert. Beim Verlegen muss lediglich auf die Biegeempfindlichkeit der Glasfaser geachtet werden. Gleichwertig zu FTTH ist eine Netzwerkverkabelung (LAN), die in neueren Gebäuden oft bereits vorhanden ist. Es gibt aber auch die Möglichkeit vorhandene Telefon- oder Antennenkabel zu verwenden: Eine Änderung an der Hausverkabelung ist dann nicht notwendig.

Wer bezahlt das Glasfasernetz?
Glasfaser ist damit von allen vier vorgestellten Techniken die einzig zukunftssichere: Die Bandbreite kann ohne erneute Tiefbauarbeiten an den Bedarf flexibel angepasst werden, symmetrische Bandbreiten sind möglich (Download gleich Upload) und jeder Anschluss erhält technisch die bezahlte Geschwindigkeit. Oft wird gefragt, wer die Erschließung bezahlen soll. Am Ende bezahlt sie der Kunde durch die monatlichen Gebühren – wie bisher auch. Der erschließende Anbieter geht finanziell in Vorleistung. Die aktuelle Niedrigzinsphase kommt hier zu Gute: Das Investment rechnet sich schneller.

Verschiedene Modelle möglich
Denkbar sind zwei grundsätzliche Modelle: Ein Privatanbieter erschließt Leonberg flächendeckend oder die Stadt führt die Erschließung über ihre Stadtwerke selbst durch, dem Vorbild in Ludwigsburg folgend. Eine Kooperation der Stadtwerke mit einem Privatanbieter ist auch denkbar.

Alle uns bekannten Projekte haben gemeinsam, dass in der Ausbauphase bei hinreichend hoher Anschlussquote die Erschließung für den Endkunden kostenfrei ist. Im Idealfall wird das Netz offen gestaltet („Open Access“), d.h. jeder Anbieter kann seine Tarife anbieten. Das beugt einer Monopolbildung vor. Welches Modell für Leonberg in Frage kommt, lässt sich im Moment nicht beantworten. Zu begrüßen ist, dass Stadt und Gemeinderat 120 000 Euro für Beratungsleistung und Masterplanung zur Verfügung stellen.

Aber warum soll man sich einen Glasfaseranschluss legen lassen, wenn die bereits angebotene Bandbreite ausreicht? Das Internet und der Bedarf an Bandbreite wachsen stetig weiter, das hat schon die Vergangenheit stets gezeigt. Nur ein Glasfaseranschluss kann entsprechend schnell mitwachsen. Für die „Digital Natives“ ist ein schneller Internetanschluss so selbstverständlich wie Wasser und Strom. Immobilien ohne Glasfaseranschluss werden sich zukünftig wohl schwerer verkaufen oder vermieten lassen. Und wer nur einen kleinen Tarif mit wenig Bandbreite benötigt, kann diesen ebenfalls bekommen – bleibt aber zukunftsfähig.

Technik: Zu viele Nachteile als Ersatz für ein Festnetz (aus LKZ)

Mit den aktuell gängigen Mobilfunk-Standards GSM, UMTS und LTE sowie 5G als Nachfolger beschäftigt sich der dritte Teil unserer Technik-Serie in der Print-Ausgabe vom 23.01. der Leonberger Kreiszeitung – der Artikel kann mittlerweile auch online abgerufen werden.

 

Neben den bisher vorgestellten drahtgebundenen Wegen, DSL und Kabel, kann das Internet auch drahtlos über Mobilfunk genutzt werden. Dieses kommt vorwiegend bei Mobilgeräten zum Einsatz, kann aber auch als Festnetz-Ergänzung oder -Ersatz dienen. Laut Bundesnetzagentur gibt es in Leonberg mehr als 500 Sendeantennen in über 40 Sendeanlagen.

Beim ersten digitalen Mobilfunknetz GSM konnten bis zu 0,064 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) übertragen werden. Für UMTS, die dritte Generation der Mobilfunknetze (kurz: 3G), wurde der Frequenzbereich vergrößert und die Funkzellen verkleinert, was bis zu 42 Mbit/s ermöglicht. Bei diesen Verfahren werden alle Daten an alle Teilnehmer der gleichen Funkzelle verschlüsselt übertragen. Das Handy filtert die relevanten Daten heraus. Damit teilen sich alle Teilnehmer einer Funkzelle die Bandbreite. Diese bezahlen für Geschwindigkeiten, die sie nicht bekommen, wie der zweite Jahresbericht der Bundesnetzagentur vom 11. Januar 2018 bestätigt.

Kunden teilen sich die Bandbreite
LTE-Netze (Long Term Evolution) sind technisch betrachtet aufgebohrtes UMTS, weshalb sie nicht die vierte Generation, sondern nur 3.9G sind. 4G selbst wird als LTE-Advanced oder 4G+ beworben und ermöglicht derzeit bis zu 500 Mbit/s im Downstream und bis zu 50 Mbit/s beim Upstream. Dazu werden alle 3G-Eigenschaften übernommen, jedoch werden unterschiedlich große Frequenzbereiche genutzt. Zusätzlich hat die Mehrantennentechnik Einzug gehalten, das heißt gleichzeitiges Senden durch mehrere Antennen.

Als Festnetz-Ersatz werden LTE-Router verwendet. Natürlich teilen sich auch hier alle Teilnehmer einer Mobilfunkzelle die Bandbreite. Zusätzlich sind die Tarife in der Regel volumenbegrenzt, weshalb sie als vollwertiger Ersatz weniger geeignet sind. Ist DSL vorhanden, kann man DSL und LTE bündeln. Theoretisch könnte man da mit die Summe aus beiden Bandbreiten erreichen. In der Praxis kann die Geschwindigkeit aufgrund der Komplexität der Bündelung sogar geringer als bei reinem DSL sein. Letztlich haben beide Lösungen den Nachteil, dass Mobilfunksignale durch Wände geschwächt werden und die Entfernung zu den Sendemasten nicht unerheblich ist: Sind, wie auch in Leonberg, Haushalte gleich weit von zwei Sendemasten entfernt, führt dies zu schlechtem Empfang und häufigen Verbindungsabbrüchen, da das Endgerät ständig zwischen beiden Antennen wechselt.

5G setzt Glasfasernetze voraus
Mit der fünften Generation erhoffen sich die Mobilfunknetzbetreiber zukünftig Geschwindigkeiten von bis zu 10 000 Mbit/s. Diese 5G-Netze werden, eventuell zusammen mit DSL-Bündelungen, als Möglichkeit für das Gigabit-Ziel beziehungsweise als Ersatz für Glasfaser auf den letzten Metern zwischen Kabelverzweiger und Hausanschluss betrachtet. Die Lösung ist es nicht, denn alle Teilnehmer einer Funkzelle teilen sich weiterhin die Geschwindigkeit. Zudem werden flächendeckende 5G-Netze nicht ohne eine flächendeckende Glasfaserversorgung einhergehen, da jeder 5G-Funkmast daran angeschlossen werden muss – bereits heute ist der übliche Richtfunk für 4G-Netze nicht ausreichend.

Die Funklöcher bleiben weiterhin ein Ärgernis, da weder 3G noch 4G lückenlos ausgebaut wurden. Die Volumenbegrenzung beziehungsweise Drosselung beim eigenen Tarif sowie die Entfernung zu Sendemasten sind ebenfalls ein Problem. Zu guter Letzt ist und bleibt noch die Strahlenbelastung ein klassischer Kritikpunkt des Mobilfunks. Übrigens: GSM, UMTS und LTE sind sehr einfach abzuhören, zu überwachen und zu manipulieren, wie kürzlich auf der 34C3-Konferenz präsentiert wurde.

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