Ausbaupläne für die restlichen Teile Leonbergs

Am Donnerstag, 21. Juli 2022, wurden in der Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses Glasfaser-Ausbaupläne für die restlichen Teile Leonbergs vorgestellt und besprochen. Auslöser sind die Pläne der Stadt, einen Kooperationsvertrag mit der „Deutsche Giga Access GmbH“ (DGA) abzuschließen. Die dazugehörigen Unterlagen sind im Ratsinformationssystem der Stadt abrufbar.

Die Deutsche Giga Access war in der Sitzung vor Ort und hat die Ausbaupläne vorgestellt

  • Die Deutsche Giga Access plant einen Ausbau der restlichen Teile Leonbergs (inkl. Gebersheim und Höfingen) bis Ende 2024.
  • Ein Ausbau des Silberbergs ist seitens der Deutsche Giga Access nicht vorgesehen.
  • Beim Ausbau und Betrieb sowie der Vermarktung des Netzes wäre nicht nur die Deutsche Giga Access, sondern auch die „GVG Glasfaser GmbH“ (GVG), die teranet (eine Marke der GVG) sowie die „Vitronet Holding GmbH“ und deren Partner beteiligt. Diese Firmen sind in der Hand der „Deutsche Beteiligungs AG“ bzw. „Palladio GmbH“ (Palladio Partners), sind also von Investoren getrieben.
  • Die Ausbaupläne der Deutsche Giga Access sehen eine Vorvermarktung vor.
  • Der Ausbau soll nur stattfinden, wenn mindestens 35% der Wohneinheiten im Ausbaugebiet einen Laufzeitvertrag (i. d. R. 24 Monate) mit kostenpflichtigem Tarif abschließen.
  • Die Deutsche Giga Access möchte die Schulen im Ausbaugebiet mit anschließen.
  • Die Deutsche Giga Access hat im süddeutschen Raum bisher keine abgeschlossenen Projekte. Referenzprojekte liegen ausschließlich in ländlichen Regionen Norddeutschlands.

Die Ausschussmitglieder haben die Pläne der Deutschen Giga Access kritisch hinterfragt, insbesondere die bisherige Konzentration auf den norddeutschen Raum, die fehlende Präsenz in Süddeutschland und die geringe Bekanntheit waren Gegenstand der Fragen. Des Weiteren wurde hinterfragt, ob es nicht sinnvoll wäre, dass die „Telekom Deutschland GmbH“ den begonnenen Ausbau fortführt.

So stellte sich heraus, dass die Telekom ebenfalls Pläne für den weiteren Ausbau Leonbergs hat und diesbezüglich auch schon auf die Stadt zugegangen ist. Diese Pläne sollen bis Mitte August vorgestellt werden.

Der Finanz- und Verwaltungsausschuss beschloss den angedachten Kooperationsvertrag mit der Deutschen Giga Access zur Kenntnis zu nehmen. Die Fraktionen sollen die Möglichkeit bekommen sich zu beraten. Außerdem soll die Telekom die Chance bekommen, ihre Ausbaupläne ebenfalls vorzustellen. Und erst dann soll eine Entscheidung getroffen werden.

Was im nichtöffentlichen Teil der Sitzung noch besprochen wurde, wissen wir natürlich nicht.

So bewerten wir die Situation

  • Es könnte Ähnliches wie in Rutesheim passieren: Die Stadt schließt abseits des Kooperationsvertrages der Gigabit Region Stuttgart eine Vereinbarung mit einem anderen Anbieter, während die Telekom gleichzeitig bereits eigene Ausbaupläne hat. Nach Vorlage der konkreten Pläne durch die Telekom zieht der andere Anbieter zurück. Wir fragen uns: Warum wird der Zweckverband Breitband des Landkreis Böblingen nicht stärker koordinierend tätig?
  • Es ist merkwürdig, dass die Stadtverwaltung nicht von sich aus transparent gemacht hat, dass auch die Telekom weitere Ausbaupläne hat.
  • Dass der Silberberg in den Ausbauplänen nicht vorgesehen ist, sehen wir kritisch (Stichwort: Rosinenpickerei). Wir haben die Sorge, dass der Silberberg als einziges Gebiet in Leonberg am Ende ohne Glasfaser dasteht.
  • Die Deutsche Giga Access ist eine sehr junge und eher unbekannte Firma mit Erfahrung im ländlichen Raum Norddeutschlands. Das vorgestellte Firmenkonstrukt ist komplex.
  • Die ausgerufene Vorvermarktungsquote von 35% halten wir für ambitioniert. Zum Vergleich: Im letzten Ausbaugebiet (Leonberg, Eltingen und Ezach) wurden nur ca. 23% erreicht und es gab keine Pflicht einen kostenpflichtigen Tarif zu buchen.

Insgesamt begrüßen wir, dass in das Thema Glasfaserausbau in Leonberg wieder Schwung kommt – mit der Perspektive, ganz Leonberg mit Glasfaser zu versorgen, wobei zu ganz Leonberg auch der Silberberg gehört. Wir warten daher gespannt auf die Ausbaupläne der Telekom und werden beide Optionen auf unserer Homepage gegenüberstellen. Wer das nicht verpassen möchte, sollte unseren Newsletter abonnieren oder uns in den sozialen Netzwerken folgen.

2 Kommentare

  • Rudi Wälde

    Guten Tag,
    mich wundert es, dass im Eugen-Hegel-Weg (oberer Teil des Ramtels) keine Glasfaser verlegt wird. Haben Sie dazu eventuell eine Erklärung. Gerne hör ich von Ihnen wieder.
    Rudi Wälde

    • Daniel Pötzsch

      Hallo Herr Wälde,

      eine Erklärung haben wir leider nicht, da wir keinen detaillierten Einblick in die Ausbaupläne haben. Mich wundert es ehrlich gesagt gerade selbst, warum dieser Teil fehlt. Leider ist in der Ausbaugebiet-Karte der Deutsche Giga-Access dieser Teil des Ramtels ebenfalls nicht eingezeichnet (Sie finden die Karte im Ratsinformationssystem, Link oben im Artikel).

      Sobald die Telekom ihre Ausbaupläne veröffentlicht hat, können wir gerne auf die Deutsche Giga-Access oder Telekom mit Ihrem Anliegen zugehen. Zusätzlich wäre mein Rat, dass Sie sich selbst an die Stadtverwaltung wenden.

      Beste Grüße
      Daniel

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