Vectoring-Ausbau in Leonberg kommt

Nun ist es offiziell: 12 Jahre, nachdem die Telekom damit begonnen hat ihr Netz auf VDSL auszubauen, wird die Telekom Leonberg mit VDSL und Vectoring versorgen (siehe Pressemitteilung der Stadt). Eine gute Nachricht, die wir grundsätzlich begrüßen.
Nur: Das schnelle Glasfasernetz endet in den Verteilerkästen am Straßenrand. Damit endet leider auch unsere Begeisterung. Denn danach geht es mit den alten, teils schon brüchigen Kupferkabeln weiter in die Gebäude. Was nützt eine frisch asphaltierte, sechsspurige Autobahn, wenn sich diese zwischendrin auf zwei holprige Spuren verengt? Genau, dann bildet sich Stau und der Vorteil der Zeitersparnis durch die freie Fahrt ist dahin. Dasselbe ist leider mit diesem Ausbaukonzept zu erwarten.

Das sieht wohl auch die Telekom ähnlich, denn vorsorglich berichtet man von „bis zu 100 Mbit/s“ bei „mehr als 90% der Anschlüsse“. Nun sind 50 Mbit/s auch „bis zu 100“. Dieser teils große Unterschied zwischen beworbener und tatsächlicher Geschwindigkeit wurde jüngst auch im Jahresbericht Breitbandmessung der Bundesnetzagentur scharf kritisiert. Und was ist mit den restlichen 10% der Nutzer? Die sollen weiter von der modernen Welt entkoppelt sein? Das Minimalziel der Bundesregierung, flächendeckend mind. 50 Mbit/s bis 2018, wird sich damit nicht erreichen lassen. Für Anwendungen wie Home Office und Cloud Computing empfiehlt das Weißbuch Digitale Plattformen des Bundewirtschafsministeriums schon heute 250 Mbit/s (Seite 18). Auch der Upload spielt eine immer wichtigere Rolle. Mit „bis zu 40 Mbit/s“ ist dieser schon jetzt für Home Office und Cloud Computing zu knapp bemessen und wird sich mit dem Nachfolger „Super-Vectoring“ auf lediglich „bis zu 50 Mbit/s“ nur minimal verbessern, und das auch nur im Nahbereich zum Verteilerkasten – also schon nicht mehr flächendeckend.

Deshalb bleiben wir dabei: Der Glasfaserausbau bis zu den Verteilerkästen ist ein erster guter Schritt. Um aber Leonberg fit für die digitale Zukunft zu machen, fordern und fördern wir die Verlegung von Glasfaser bis in die Gebäude. Und darauf wollen wir nicht erneut 12 Jahre warten müssen.

Bitte unterstützen Sie uns auch weiterhin, damit wir auch Ihnen im Büro, im Home Office oder zuhause einen wirklich schnellen Internetanschluss ermöglichen können, der dann auf sehr lange Sicht allen Anforderungen an steigende Datenvolumen gerecht wird.

6 Kommentare

  • Hier meine Stellungnahme aus der LKZ vom Samstag zum „Ausbau der Telekom“

    „Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung“, sagt Oliver Zander. Der CDU-Stadtrat und Kreisvorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung drängt schon lange auf eine bessere Breitbandversorgung in der Stadt. „Es ist für viele eine Verbesserung, aber nicht die Traumlösung“, schränkt Zander ein. Diesen Standpunkt vertritt auch die Bürgerinitiative „Glasfaser für Leonberg“ von Daniel Pötzsch, Oliver Kikillus und Steffen Gloss. Denn die Glasfaser würde nicht bis in die Häuser reichen, hier müssten sich die Kunden mit den Kupferleitungen zufrieden gaben. „Das reicht für bis 100 Mbit/s, aber die angestrebten 1000 Mbit/s sowohl beim empfangen und versenden, lassen sich nur mit Glasfaser bis zum Gebäude erreichen“, erklärt Oliver Zander.

    Glasfaser bis zum Gebäude ist in Zukunft kein Standortvorteil, sondern ohne ist es ein Standortnachteil!

    • Ute Weidner

      Glasfaserkabel bis direkt zum Gebäude: das ist Zukunft; das sichert Arbeitsplätze; das fördert neue Arbeitsplätze.. am Standort LEONBERG. LEOnberg ist keine Schlaf-Stadt.. LEOnberg ist ein Expansives Städtle.. darauf hoffe ich, als eine Arbeitende-Bürgerin +50zig !!

  • Eyser

    Das versteht kein Mensch. Heute am Karfreitag wo alle daheim hocken und surfen/ ferns hen, muss doch auch dem dusseligsten Stadtverordnetem klar sein das das Internet in Leonberg beschissen ist.
    Und jetzt auf eine halbgare Technologie (bis zu…. bit/s) zu setzen ist doch wieder zu kurz gesprungen. Einmal bitte vernünftig und richtig machen. Aber dafür bekommt keiner den Arsch hoch. Man könnte jetzt endlich mal aufschließen zu anderen Gemeinden und vielleicht einen Mehrwert schaffen. Ich will keinen neuen Flicken auf dem löchrigen alten Fahrradschlauch.

    Ich bin im CAD Business, von Zuhause aus arbeiten geht nicht, weil das Netz zu bescheiden ist. Also stelle ich mich Morgens und Abends in dem Stau an und verstopfe wie alle anderen Leute die Straßen um ins Geschäft zu fahren. Doppelter Bullshit.

    Hallo Stadtverwaltung Leonberg, wofür zum Teufel bezahlen wir Euch?

  • Eyser

    Ja liegt es daran das Leonberg so klamm ist, dass man hier nur das nötigste (und zwar von der Telekom als Betreiber) finanzieren und durchführen lässt?
    Andere Gemeinden mit wenigen Mitteln bekommen das auch mit Inanspruchnahme von Bundesmitteln hin. Geld ist ja vorhanden:
    https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2016/054-dobrindt-startschuss-gigabit-deutschland.html?nn=12830

    Wo wäre also das Problem? Die Rechnung sollte mal seitens der Stadt transparent gemacht werden, damit man weiß wie viel Geld angeblich fehlt um Grundlagenthemen anzupacken.
    Ach, die alten Stromkabel sind sicher auch nicht geeignet um viele E-Fahrzeuge in der der Stadt gleichzeitig zu laden. Wenn man klug wäre reißt man die Straße einmal auf und legt gleich Strom und Datenleitung rein. Leonberg 2020. mit so nem Konzept könnte man Bürgermeister werden. Die bisherigen bauten sich lieber immer mal wieder ein neues Rathaus… anstelle Infrastruktur auszubauen.

    Mich dünkt: in Leonberg regiert offenbar ein Mix von Misswirtschaft und Unvermögen….

    • Wolfgang Röckle

      Es ist leider so, dass die Telekom die von der Stadt vorsorglich verlegten Leerrohre gar nicht will. Die bestehen auf eigene Rohre und Kabel. Straße auf, Straße zu. Die sagen April, April wir machen was wir wollen. Ist leider so. Aber vielleicht kann man irgendwann die Leerrohre gegen Bezahlung noch nutzbringend verwenden.

      • Daniel Pötzsch

        Richtig, die Telekom verwendet leider vorhandene Leerrohre nicht. Ein weiterer Grund, sich einen alternativen Anbieter zu suchen, der vorhandene Leerrohre, deren Verlegung ja sinnvoll ist, auch nutzt.

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