Digitale Steinzeit in Leonberg

Langsames Internet, alte und marode Kabel

Leonberg lebt zum Teil in der digitalen Steinzeit, denn viele Stadtteile sind nicht einmal mit Bandbreiten von 10 MBit/s versorgt. In diesen Gebieten ist das Internet kriechend langsam. Außerdem ist das Netz vielerorts sehr störanfällig und hält der fortschreitenden Digitalisierung einfach nicht Stand.

Die größten schlecht versorgten Gebiete sind in Leonberg Ezach, Gartenstadt, Ramtel und Silberberg. Außerdem sind zumindest Teile folgender Gebiete schlecht versorgt: Blosenberg, Eltingen, Haldengebiet, Innenstadt sowie Straßenzüge um die Obere und Untere Burghalde und Stuttgarter Straße.

Auf der Karte des Breitbandatlas des BMVI sieht das wie folgt aus (Anklicken zum Vergrößern):

Gelb sind gut versorgte, grün mittel versorgte und blau schlecht versorgte Gebiete. Man sieht, dass die Versorgung mit der Entfernung vom Stadtzentrum abnimmt. Einzelne Straßen können dabei schlechter versorgt sein als es die Quadrate veranschaulichen, da zum Teil Straßen mit guter und schlechter Versorgung zusammengefasst werden.
Schaut man sich an, welche Haushalte mit Glasfaser bis ins Gebäude, also FTTB/H versorgt sind, sieht es für Leonberg ganz düster aus (Anm.: Das Neubaugebiet Ezach 3 scheint hier noch nicht erfasst).

Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s sind für die Zukunft jedoch nicht ausreichend. Man sagt, dass sich die Datenmengen im Internet ca. alle zwei Jahre verdoppeln. Ein Breitbandnetz muss dann mitwachsen können. Kupfer kann das nicht leisten.

Die Ursachen des Problems

Die meisten, auch besser versorgten Gebiete in Leonberg sind nicht mit Glasfaser versorgt, sondern nur mit einer alten Kupferleitung bzw. einem Koaxialkabel (das Koaxial-Kupferkabel ist das Antennen- bzw. Multimediakabel der Unitymedia, über das auch das Fernsehsignal kommt).

Diese alten Kabel sind ein Problem: Die Telefonkupfer- bzw. Koaxialkabel haben eine technische Leistungsgrenze. Je länger das Kupferkabel ist und je mehr Teilnehmer das Koaxialkabel gleichzeitig nutzen, desto langsamer ist das Internet. Die Kupferkabel sind zudem zum Teil alt, marode und nicht zukunftsfähig. Mit technischen Kniffen (VDSL und Vectoring) können aus dem Telefonkabel zwar bis zu 100 Mbit/s herausgeholt werden, ob ihr Anschluss nach einem VDSL-Ausbau die dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllt, kann Ihnen niemand mit Gewissheit sagen. Sehr alte und marode Telefonkabel werden für VDSL und Vectoring nicht ausgelegt sein. Diese Haushalte werden nach einem VDSL-Ausbau nicht besser, ggf. sogar schlechter dastehen. Aus dem Koaxialkabel wird zwar noch einiges an Bandbreite herauszuholen sein, diese müssen sich aber alle Haushalte, die an einem Knoten hängen, teilen. Auch die hohen Pingzeiten sind gerade für Online-Spiele ein Nachteil.
Kurz: Eine Garantie, dass die Leistung bei Ihnen ankommt und überhaupt umgesetzt werden kann, gibt es nicht (technische Details können Sie hier nachlesen).

Diese Bandbreiten lassen sich nur mit einem flächendeckenden Glasfasernetz erreichen. Und da kein Anbieter einen solchen Ausbau plant, setzen wir uns als Bürgerinitiative dafür ein!